Barbara Ladurner

Privatfoto

Barbara Ladurner, geboren am 6. April 1991 in Meran (Südtirol). 2010 aus Studiengründen nach Wien gezogen. Lehramtsstudium Deutsch und Italienisch an der Universität Wien, Universitätslehrgang „Elementare Musikpädagogik“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, mehrfache Preisträgerin und Ehrenmitglied der Società Dante Alighieri in Meran, mehrfache Gewinnerin von Leistungsstipendien des Landes Südtirol. Sie arbeitet freiberuflich als Unterrichtende und als Lehrerin in höheren Schulen für den Stadtschulrat Wien und hat außerdem ein Bildungsinstitut gegründet, das sie leitet.

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Peter Köck

Foto © Sigrid Köck-Hatzmann

Peter ‘Pjotr’ Köck, geboren am 2. 10. 1949 in Pöllau, Steiermark, lebte in Graz, Studium Psychologie/ Philosophie, Dissertation über ‘Nahwahrnehmung’, Jazz-Trompeter, Bildkünstler, seit 1987 in Wien, wo er am 1.6.1989 im Donau-Oder-Kanal aus ‘unerklärter Ursache’ ertrank. Veröffentlichungen seit 1975 im Rundfunk, in Zeitschriften und in Anthologien, Haikus u.a. in ganganbuch 5. Das Bild anfängt stehen, LXIV Etüden in Haiku, Gangan 1989; Das unbewältigte Wörterbuch, Gangan 1990.

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Vertonte Texte

Tommy Nawratil’s Redshift (1998)

Lesungen mit Musik

H. Peter Friedl (Stimme) und Thomas Berghammer (Trompete, Althorn, Akkordeon und Stimme)

Plakat: Hommage à Peter Köck (2009)

 

Gerald Ganglbauer

Foto: Christian Plach

Gerald Ganglbauer (geboren 1958 in Graz) studierte an der Universität Graz Akademischer Medienfachmann (1986) sowie IT Ingenieur am Sydney Institute of Technology (2006). Im Jahr 1982 war er Mitbegründer der Literaturzeitschrift Perspektive, 1984 gründete er den Gangan Verlag, ging 1986 nach Wien, und von 1989 bis 2013 lebte und arbeitete er in Sydney, Chennai und Perth. 2007 schockte die Diagnose: Parkinson, 2014 ist sein erstes Buch erschienen. Er lebt jetzt in Stattegg-Ursprung (Graz-Umgebung). Autorenseite bei Amazon.

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Marc Adrian

Foto © Otto Mörth

Marc Adrian, geboren am 4. 12. 1930 in Wien, Dozenturen und Professuren in Hamburg und Kassel (Deutschland), sowie Cambridge, Mass. (USA), gestorben am 5. 2. 2008 in Wien.

Veröffentlichungen: inventionen, Linz 1980; Marc Adrian. Das filmische Werk. (Hrsg.: Otto Mörth), Sonderzahl Verlag, Wien 1998; seit 1957 umfangreiche Filmarbeit, zuletzt pueblo, Window Rock (USA) und Wien 1990; Übersetzer von Kenneth Patchen, Maler, Bildhauer, u.v.m.

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Marc Adrian 1930–2008
Abschied von einem Vater der Medienkunst: Der österreichische Filmemacher war Weggenosse von Peter Kubelka und Ferry Radax

Wien – „eine existenz wählt man nicht, man hat sie erhalten und verteidigt sie als geistige zu jeder stunde gegen die externen versuche, als mensch dahin manipuliert zu werden, wohin einen die macht verschieben will, damit man ihr besser diene als sich selbst.“ – Marc Adrian, im Mai 2007 im Katalog seiner Werkschau in der Neuen Galerie Graz.

Co-Kurator Peter Weibel würdigte im selben Kompendium Adrian als „Vater der österreichischen Medienkunst“: Das stellte größere Zusammenhänge her als die relativ strikten disziplinären Zuordnungen, innerhalb derer der 1930 in Wien geborene Künstler meist festgelegt worden war: Der Filmfraktion zumindest galt er bevorzugt als wesentlicher Vertreter der „ersten Generation“ der heimischen Kinoavantgarde, wurde also oft neben Filmemachern wie Ferry Radax, Peter Kubelka oder Kurt Kren genannt.

Den anderen – so auch Weibel – gilt er als genreüberschreitender Künstler, der zwischen Theorie und Praxis, Text, Skulptur, Laufbild intermedial arbeitete. Es ist durchaus bezeichnend, dass der gelernte Bildhauer (er studierte u. a. bei Fritz Wotruba) sich stetig über Versuche in experimenteller Poesie und Anlehnungen etwa an die Op-Art in digitale Bildmedien vorarbeitete. Irgendwie war Adrian als künstlerische und geistige „existenz“ überall und nirgends, was man mit Hans Petersen so formulieren könnte: Er „weigert sich, das, wofür er ist, zu konkretisieren“.

Kunstwerke seien „die einzigen modelle der wirklichkeit, die wir besitzen“, schrieb Marc Adrian 1967, durchaus wenig konkret. Sein ausuferndes, tagebuchartig in viele Richtungen peilendes Werk erzählt nicht zuletzt davon, wie komplex und kompliziert es war, den autoritären Macht- und Religionswirklichkeiten in Nachkriegsösterreich etwas entgegenzuhalten. Black Movies und Blue Movies, Bild- und Textmontagen (Inventionen) zu Poesie, Zeitgeschichte, Popkultur: „wenn man nicht weiß, wo man beginnen soll, dann beginnt man am besten irgendwo …“ Am Dienstag ist Marc Adrian in Wien gestorben.

Claus Philipp / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.2.2008

Belsize Park

Gedichte | 4

Mike Markart: Belsize Park. Gangan Verlag, Stattegg 2016, 64 Seiten, Paperback, 21 x 14.5 cm, ISBN 978-3-900530-06-8, € 7,90

Belsize-Park-frontcoverVor 30 Jahren ist mein Gedichtband „Belsize Park“ erschienen. Aufgrund der Neuauflage kehre ich in ihn zurück. Ich habe ihn natürlich längst vergessen.
Die Menschen dort ebenfalls.
Ich lasse mich also auf etwas vollkommen Neues ein, als ich ihn jetzt wieder lese.
Schließlich unterteilt sich mein literarisches Leben in 3 wesentliche Abschnitte, die sich sehr voneinander unterscheiden. In die „frühen Gedichte“ der 80er Jahre, die darauf folgende „formale, strenge Prosa“, und meine größeren Prosaarbeiten seit 2008, welche erzählerischer und inhaltsreicher sind.
Der „Belsize Park“ stammt also aus einer Phase, in welcher ich mit gezielten Auslassungen und Engführungen Irritation hervorzurufen und die Räume verbrauchter Bilder neu zu ordnen versuchte.
Lese ich diese Texte jetzt, ist mir vieles rätselhaft.
Ich finde anregende Wendungen in jenem Raum, der sich meiner Erinnerung bereits entzogen hatte.
Diese verstörenden Satzteile, das Ungesagte, die Zwischenräume und Brüche erinnern mich aber an mich.
Ein wenig.
Ich werde sie aber nie mehr ganz erreichen.
So lese ich die Texte wie Gedichte eines lebenslangen Freundes,
der mir am Herzen liegt.
Mike Markart

Heisser Tipp

Mottogedichte

Reinhold Aumaier: Heisser Tipp. Gangan Verlag, Sydney 1999, 88 Druckseiten, ISBN 978-3-900530-26-6, iBook für iPad, iPhone und Mac, € 2,99

Band 11 der Reihe „Gedichte“ präsentiert den österreichischen Dichter Reinhold Aumaier mit 54 Texten, denen er jeweils ein Zitat von Laotse bis Bob Marley als Motto vorangestellt hat.

Herausgegeben von Gerald Ganglbauer.

Aumaiers Stärke ist die lockere Verbindung zwischen verschiedensten Gegebenheiten und ihren sprachlichen Darstellungsmöglichkeiten. Er ist ein Meister von humoristisch-analytischen Wort- und Sprachspielen, die auf Verfahren der experimentellen und Konkreten Poesie zurückgreifen.
Michael Hansel

die maschinentexte

montagen, textsynthesen, computer generierte texte, permutationen

Marc Adrian: die maschinentexte. Gangan Verlag, Sydney 1996, ISBN 978-3-900530-25-9, iBook für iPad, iPhone und Mac, € 4,99

anise of club without gael the perfect no unrepining the glutinous inside dodecagon. alternation without style. stuff not presumptive. glutinous inside luxury. chirk inside unrepining. gael not presumptive. coffee-grounds not magpie from coffegrounds no askew of style without presumptive beyond anise not servia the alternation, cannibal the style not magpie. deliver, anise the chirk no deliver the alternation a servia beyond askew, club from club inside style by stuff without regularity beyond glutinous without inside wiseacre with cannibal in-side deliver from presumptive inside glutinous. chirk without practicable the wiseacre inside magpie. gael not club.

aus: text nr. 9, die maschinentexte. (text nr. 9/67 wurde anläßlich der ausstellung „cybernetic serendipity“ im ICA london vom BBC als eigene sendung zusammen mit text nr. 10, 11 und (vielleicht) 8/67 gebracht, deren originale in london geblieben sind.)

Entweder Olga

Prosa

 

Magdalena Sadlon: Entweder Olga. Gangan Verlag, Wien und Sydney 1993, 96 Seiten, Foto: Cornelia Mittendorfer, Cover: Gerald Ganglbauer, Illustrationen der Autorin, Hardcover, 21.5 x 15 cm, ISBN 3-900530-21-1, € 14,90

Entweder-OlgaLiteraturgeflüster, 9. Juli 2013

Jetzt kommt wieder ein Kunststück nämlich die Besprechung eines experimentellen Textes, sehr sorgsam konstruiert, in verschiedenen Sprachformen aufgebaut, aber wenig Plot und Inhalt, schöne Sätze, wenig Handlung und wahrscheinlich kein Realismus, den ich ja sehr brauche, also flüchte ich mich wieder in allgemeine Literaturbetrachtung, erzähle was ich über die Autorin und die Geschichte des Buches weiß und das letztere ist sehr interessant und vermag auch ein wenig Einblick in den Literaturbetrieb und das Leseverhalten zu geben.

Also um nicht ebenfalls unverständlich zu werden. Ich bespreche Magdalena Sadlons, 1993 bei gangan erschienene Prosa “Entweder Olga”.

Ein Buch das ich vor mehr als einem Jahr im “Wortschatz” am Margaretenplatz gefunden habe. Ein neues, ungelesenes Buch. Und wenn ich mich nicht irre, standen ein paar Exemplare im Kasten und dann immer wieder, wer sich also dafür interessiert, hingehen, vielleicht ist es noch zu finden.
Ich interessiere mich natürlich dafür, wer die unverkaufte Auflage hineinstellt? Der Herausgeber Gerald Ganglbauer, der Ex Mann Petra Ganglbauers wird es nicht sein, lebt er, glaube ich ja in Australien und ist seit seiner Parkinson Diagnose Botschafter für Parkinson-Selbsthilfegruppen.
Vielleicht die Autorin selbst, die 1956 in der Slowakei geboren wurde und 1968 mit ihrer Familie nach Österreich kam und die, wie ich in der GAV-Mitgliederliste gesehen habe, im vierten Bezirk lebt und sich einer Restauflage entledigen will? Ich kenne den Namen von der GAV und wahrscheinlich auch von der Zeit als ich noch um Stipendien angesucht habe, hat Magdalena Sadlon, wie im Buch steht, einige bekommen. Persönlich kenne ich sie, glaube ich, nicht.
2006 ist aber bei Zsolnay ein Buch von ihr erschienen und das wurde, glaube ich, in “Ex Libris” besprochen.
Dann kam noch 2007 der Adalbert von Chamisso-Preis, also eine sehr beachtliche literarische Karriere, die viele GAV-Mitglieder nicht schaffen.
Seit 1984 lebt die Schauspielerin und Übersetzerin in Wien und Zwettl, steht auf dem Buch.
1988 sind bei gangan “Man sucht ein Leben lang – 41 Anagramme” erschienen, dazu gibts Besprechungen von Barbara Alms, Brigitte Mayr und Wendelin Schmidt-Dengler der “sie ist eine Meisterin, in dem, was man die “Alchemie des Wortes” genannt hat”, schreibt.
Das Buch ist unter hundert Seiten lang und besteht aus verschiedenen Sprachformen. Ein großer Teil sind dreizehn Abschnitte, die von einer “sie” erzählen, ob das die Olga ist?
Handlung ist wie geschrieben, keine zu erkennen, aber schöne Sätze, Anmerkungen, Fußnoten, Paragraphen. Eine Meisterin der Sprache, wie Andrea Winkler vielleicht, oder etwas experimenteller und weniger Mainstream, mehr wie Ilse Kilic könnte man meinen, gibt es ja immer wieder Zeichnungen und auch Überschriften. So steht im Abschnitt I auf einmal “Leben? Sinn? und ähnliche Fragen” großgedruckt in der Mitte der Seite.
“Haus des Zufalls Zuhauf warum ums Herz” im zweiten.
Es wird aber Groß und Klein geschrieben, was interessant ist, weil das in der neueren experimentellen Literatur nicht so ist.
Dann gibts immer wieder eingeschobene Geschichten. “Gespräche mit einem Hund” beispielsweise.

“na wer kommt denn da, na wer ist denn da? na was, ablutschen und liegen lassen, du Elender!”

Ein Kapitel ist mit “ich” überschrieben.

“ich habe dich nicht kommen gehört
ich habe dich nicht hören gesehen
ich habe dich nicht sehen
ich habe dich nicht wollen”

Auf Seite achtunddreißig gibts eine Zeichnung. Da wird der Weg von der Faulmanngasse zur Josefinengasse und retour, mit Prater, Riesenrad, Stephansplatz und U-Bahnstationen ganz genau gezeichnet.
Zwei Kapitel sind der “Kindheit” gewidmet. In “Kindheit” trifft man auf bekanntes.
“Sitz gerade! Antworte wenn du gefragt wirst! Gib deine Hände auf den Tisch!” u.s.w. u.s.f.
“In Gewissen” trifft man auf die Handschrift, etwas was mich an den Rudi erinnert. Ein Kassenzettel aus dem “Gasthaus Spatzennest” findet man später auch. “Keine bezahlte Anzeige” steht darunter.
Bei Abschnitt XII steht dann immer wieder “Bilder diesselben und immer Worte. Worte diesselben und immer Bilder.”
In der Mitte ist ein Quadrat herausgeschnitten, das auf der gegenüberliegenden Seite zu finden ist.
“Fortissimo” steht darunter.
Auf den Seiten 82 und 82 gibts ein “Hörstück”
Dann folgen einige Gedichte. Die schon erwähnte Rechnung über 108 Schilling, was ein Wurzelfleisch und ein Seidl betrifft, was mir für 1992 sehr teuer erscheint.
Dann kommt das, was den Namen des Buches erklären könnte.
“entweder Olga, Aug um Augusta, alles oder Nina, Geld oder Lena, an da Wanda, mein Undine”, schön angeordnet, was auch am Cover anzutreffen ist.
Danach wird für das Zustandekommen gedankt. Die mir bekannten Namen sind dabei Reinhold Aumaier auch ein experimenteller Autor, den ich schon gelesen habe, Ilse Kilic, Christian Steinbacher und ein bißchen weniger experimentell, dem St. Pöltner Autor Günther Stingl, sowie ihrer Mutter und ihrem Vater.

“Weiters danke ich der Jury des Anerkennungspreises des Landes Niederösterreichs 1990, der Jury des Förderungspreises der Stadt Wien 1990, der Jury des Theodor Körner Preises 1992 und der Jury des österreichischen Staatsstipendiums für Literatur 1993. M.S.”

Man sieht Magdalena Sadlon ist eine anerkannte Autorin, die den meisten Österreicherin wahrscheinlich trotzdem unbekannt ist, wenn man sie lesen und mehr von ihr erfahren will, ist der “Wortschatz” am Margaretenplatz, wie schon erwähnt, sehr zu empfehlen. Vielleicht gibts noch mal das Buch darin zu finden. Und wieder bin ich ein bißchen ratlos zurückgeblieben. Weil mir die schönen Worte und die Sprachspielereien nicht ganz reichen. Damit werden aber Preise und Stipendien gewonnen, sowie Bücher gedruckt, die vielleicht unverkäuflich sind.
Eva Jancak

Julian Schutting in „Die Presse“
Birgit Schwaner in der „Wiener Zeitung“