Geschichte I

Horst Gerald Ganglbauer
Analog

Geboren 1958 in Graz. Kepler Realgymnasium, Matura am Ortweinplatz, sechs Semester Verfahrenstechnik an der TU, Abschluss 1986 als Akademischer Medienfachmann an der Karl Franzens Universität. 20 Jahre später noch ein Diplom in Informationstechnologie am Sydney Institute of Technology.

Herausgeber Horst Gerald Ganglbauer 2016 (Foto: Werner Schandor)

Bewegung [Graz 1980/82]

In seiner Studienzeit schrieb Gerald Ganglbauer Gedichte und war an zwei Zeitschriftenprojekten beteiligt: „Der neue Grazer SPUK‘ (1980, gem. mit Peter Hammerl, Gerald Wurz u.a.) und „Du KUNST di amol produzieren“ (1981, gem. mit Peter Pokits, Fritz Kren u.a.), die in fotokopierten Kleinstauflagen erschienen. 1982 folgte seine erste eigene Zeitschrift, die „Bewegung“, in einem medialen Umfeld alternativer Publikationen wie „Was?“ von Gerfried Sperl, oder dem „Friedolin“ der Friedensbewegung. Leider sind aus jener Zeit keine Exemplare erhalten geblieben.

perspektive [Graz 1982/83]

Danach kam es  zur Zusammenarbeit mit Alfred Ledersteger, in der mit einer Gruppe junger Nachwuchsautoren gemeinsam aus der von ihm mitgebrachten Schülerzeitung eine gesetzte, gedruckt und gebundene Literaturzeitschrift junger Autoren entstand, die bis heute unter wechselnden Herausgebern existiert und die damals der Vorherrschaft der von Alfred Kolleritsch herausgegebenen „manuskripte“ etwas entgegen halten konnte.

projekt gangan [1984]

Aus dieser Zeit resultierte ein Studienwechsel von der TU an die UNI und 1984 sein projekt gangan.  Das Althochdeutsche „Gangan“ bedeutet schließlich auch „Bewegung“. Die Begründung für die Benennung als „Projekt“ lag schlichtweg darin, dass Ganglbauer die Gewerbeberechtigung für den Kunst-, Buch- und Musikalienverlag erst zwei Jahre später mit dem UNI Abschluss als akademischer Medienfachmann erhielt.

Verlag und Marke „Gangan“

Die „Marke“ gangan Registrierungsbestätigung des Österreichischen Patentamts vom 26. Juni 1986 für die Eintragung der Marke gangan ins Markenregister, Originaldokument, 1 Blatt, 2 Seiten, aus der Sammlung des gangan-Verlagsarchivs am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung, Signatur: FNI-GANGAN-VERLAGSARCHIV.

Unter allen Beständen, die das Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung verwaltet, sticht die Sammlung des gangan-Verlagsarchivs durch ihre speziellen Archivalien hervor. Hier finden sich nicht nur diverse Manuskripte, Typoskripte und Entwürfe literarischer Texte jeglicher Gattung, sondern eben auch alles andere, was bei Verlagsarbeit im vordigitalen Zeitalter anfällt. Dazu zählen neben diversen Geschäftsbriefen, Rechnungen, Lieferscheinen, Honorarnoten und Datenbanklisten auch etliche Entwürfe Klebeumbrüchen, Druckfilmen, Korrekturfahnen, Skizzen und Manuskriptbögen sowie Presseaussendungen, Veranstaltungseinladungen und Buchbroschüren – um nur einen kleinen Ausschnitt aus der Fülle und Diversität dieser Sammlung zu nennen. … Mehr von Fabio Perndorfer, UniversitätGraz

Gangan Viertel [Wien 1987/88]

Peter Pessl, Martin Novak und Petra Ganglbauer | Foto: Gerald Ganglbauer

Am Titelbild bis #49 war unsere Installation “Buchdenkmal”, ein überlebensgroßes Holzbuch im Zentrum der Grazer Altstadt, das von Wolfgang Gerber bemalt war (von ihm ist auch das Cover des Ganganbuch 86) und auf dessen Innenseiten wir in riesengroßen Lettern wechselnde Gedichte stempelten. Das Buch stand noch für eine Weile vor der Thalia, als Hinweis auf den literarischen Jour-Fixe, den wir dort eingerichtet hatten, bis die Spanplatten irgendwann verwitterten.

Die zweite, nach der „perspektive“ (die immer noch existiert und 2019 bereits bei Heft 98/99 ist) von Gerald Ganglbauer gegründete Zeitschrift war kurzlebig. Fünf Ausgaben des „Gangan Viertel“ (Quarterly) hat er noch in Österreich herausgegeben, in der Büro- und Wohngemeinschaft mit Bruno Jaschke im zweiten Bezirk in Wien. Der Umzug nach Sydney bedeutete dann das Ende der Druckschrift. Das Internet war damals noch nicht weitläufig als Medium für elektronische Publikationen verfügbar.

Gangan Lit-Mag [Sydney 1996–2019]

*Die Domain GANGWAY.NET wurde ursprünglich für das gesamte online Magazin verwendet, mit den Reviews 1999 und ab dem 9/11 Special in Kultur- und Literaturmagazin geteilt, v.a. auch durch das Angebot, bei Bedarf Primärliteratur gedruckt als GANGAN Lit-Mag herauszugeben.

Präsentation in Graz [1999]

Das Literaturmagazin wurde 1996 von Gerald Ganglbauer in Sydney gegründet und erschien bis 2019 zweisprachig mit wechselnden Gastherausgebern und Themen in unregelmäßigen Abständen und Verlagsorten. Es gilt als Pionier am Internet und wurde bis zur Nr. 48  noch in HTML programmiert. Seit der Nr. 49  wird es, wie auch die drei anderen online Magazine* – Gangway Cult-Mag, Gangway Music und Gangan Reviews – in WordPress publiziert, was viele Vorteile hat, neue dynamische Möglichkeiten bietet und Autoren-Syndikate ermöglicht.

Der erste mediale Auftritt in Europa seit der Gründung erfolgte mit dem Lit-Mag #12, damals noch GANGWAY Lit-Mag, mit einer Pressekonferenz am 8. 6. 1999 in Graz.

2019 erschien die 50. Ausgabe in zeitgemäßer Technik und neuem Design. Bis zum Sommer wurden auch alle bisherigen Ausgaben in die neue Lit-Mag Datenbank migriert, was bei mehr als 2.000 Objekten ein ziemlich großes Vorhaben war.

Thema vom letzten Gangan Nr. 50 war die Zukunft. Nicht als Science Fiction, sondern im Sinne von „wohin gehen wir?“ sollen sich sowohl Visionen für die Menschheit als auch private Pläne für das eigene  „ich“ manifestieren. Mit Gastherausgeber Max Höfler war es für mich die letzte Ausgabe. Ich hoffe, dass ich damit etwas „brauchbares“ hinterlasse.

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