Verlagsprofil

Buchmesse 1986
Der junge Verleger an seinem Stand in der Frankfurter Buchmesse 1988

Der Verlag

Flyer_A6_web-2Mit Verlagsorten  in Australien und Österreich spezialisierte sich Gangan auf zeitgenössische österreichische und deutsche Übersetzungen australischer Literatur. Der Literaturverlag wurde 1984 in Graz von  Gerald Ganglbauer gegründet und veröffentlichte bis 1994  24 Titel in Print und bis 2014 etwa so viel online. Verlagslektoren in Wien waren Petra Ganglbauer und Peter Pessl.  Seit 1996 erschienen elektronische Bücher und  Manuskripte online. Erst nach der durch Parkinson bedingten Pensionierung und der Rückkehr des Verlegers 2013 nach Österreich – nach 25 Jahren in Australien – folgten wieder gedruckte und gebundene Bücher.

 

2014 wurde Verleger Gerald Ganglbauer selbst Buchautor. Zum Jubiläum 30 Jahre Gangan Verlag 1984–2014 erschien Ich bin eine Reise, Eine autobiografische Montage über Leben, Liebe, Leidenschaft – und Parkinson, im Herbst 2015 Einunddreißig, Ein Mann, dreißig Frauen, Parkinson-Medikamente und eine verunglückte Liebesgeschichte, 2016 Geografie der Liebe, Leben in Transit: in vierzig Jahren um die Welt – alle sorgfältig gestaltet, wieder gedruckt und gebunden. Als Verleger bezeichnet er sein 2018 erschienenes, wahrscheinlich letztes Buch, Korrespondenzen auf Papier, als sein Meisterstück.

 

In seiner Geschichte als kleiner Privatverlag hat sich Gangan einen guten Ruf als Förderer der Avantgarde – mit experimenteller Prosa und Gedichten – verschafft. Seine preisgekrönten Autoren, von Marc Adrian über Mike Markart, Magdalena Sadlon, bis zu Peter Köck, erscheinen heute in renommierten Verlagen. 1989, mit dem Umzug des Verlegers nach Sydney, war Gangan einer jener Pioniere, die australische Literatur für den deutschen Sprachraum übersetzt haben. In Sydney entstand gemeinsam mit Rudi Krausmann  die Reihe Gangaroo.

 

Band 1: Air Mail from Down Under (Kurzgeschichten), Band 2: Malevolent Fiction (Prosa, zweisprachig) und Band 3: Made in Australia (Gedichte, zweisprachig) sind erhältlich. Mehr Informationen sowie Besprechungen der Bücher können über die Links von unseren Seiten abgerufen werden. Buchbestellungen bitte über Amazon  sowie im guten Buchhandel. Unsere iBooks gibt es exklusiv bei iTunes.

 

Hello world

Am 3. April 1996 begrüßte ich die virtuelle Welt mit eben diesen Worten, die auf allen Bildschirmen des damals noch in der Steinzeit befindlichen World Wide Web zeitgleich erschienen. Ich hatte eine “website” am Internet gebaut, in einer Zeit, wo der Mann von der Straße weder wusste, wofür “http://” stand, noch eine E-Mail Adresse zu seinem täglichen Leben gehörte. Doch da war sie, meine erste “homepage”, mit ihr war ich “online” und der Gangan Verlag sichtbar für alle Welt. Zumindest für jene Teile der Welt, die sich den Luxus leisteten, denn man bezahlte noch Unsummen für jede Minute Internetzugang.

Logo Buchverlag 1984 – 1988

Als Startseite diente eine zentrierte Logo des Verlags, der man mit den damaligen Modem-Geschwindigkeiten beim Laden zusehen konnte, dann gab es einige Seiten Text über unsere Bücher, die durch geheimnisvolle Hyperlinks verknüpft waren, sowie die erste Ausgabe von Gangway, meinem vierteljährlichen Literaturmagazin. Alles noch in selbst erlernter HTML für den neuen Netscape Browser geschrieben, der gerade die erste Version vom März 1995 abgelöst hatte. Interessierte können sich die Entwicklung von gangan.com gern im Internetarchiv WayBackMachine ansehen. Gangway ist in der australischen Nationalbibliothek archiviert.

Logo Buchverlag 1989 – 1994
Australian Imprint seit 1989

Vor zwanzig Jahren zählte ich damit zu den Pionieren des Internet, war stolz darauf und beobachtete voller Neugierde, wer sich meine Seiten ansah. Das waren in den 90-er Jahren sicherlich keine Leser zeitgenössischer Literatur, denn ich verkaufte kein einziges Buch. Aber es wurden immer mehr. Meist Computer-Geeks, die damals noch ziellos “surften”, wie man den sinnlosen Zeitvertreib nannte, jedoch keinerlei Interesse am Buchmarkt mitbrachten. Dennoch war ich überzeugt davon, dass das Internet einmal in jedem Haushalt landen würde und aktualisierte meinen Webauftritt parallel zum Fortschritt der Technik und der Programme.

Logo Buchverlag seit 2014

Bei gangan.com und war nichts “von der Stange”, alles war selbst entwickelt, programmiert und gestaltet. Als ich 1986 auf der Uni Graz Akademischer Medienfachmann wurde, war vom Internet noch keine Spur und es gab praktisch auch keine Ausbildung. Meiner Zeit voraus, habe ich das Metier weitgehend autonom erlernt und erst 2006 ein Diplom als Web-Entwickler am SIT (Sydney Institute of Technology) gemacht. Leider wurde bald darauf meine berufliche Laufbahn mit der Diagnose Parkinson gebremst. Meine Vision, die ich seinerzeit in einem gemieteten Haus in der Whaling Road hatte, hat sich jedenfalls heute im Eigenheim am Jakobsweg mit rund einer halben Million Zugriffen pro Jahr auf meine Seiten längst bewahrheitet.

Ich wünsche mit der völlig neu gestalteten Website viel Vergnügen und eine spannende Entdeckungsreise in alle Ebenen des umfassenden virtuellen Verlagshauses.

Horst Gerald Ganglbauer
Stattegg-Ursprung, am 18. Juli 2018