Gangway (Lit-)Mag Archiv

In der Presse: Salzburger Nachrichten

Eine frühe (vielleicht sogar die erste) Erwähnung in einer österreichischen Tageszeitung, (wieder) entdeckt beim Sichten von im Keller gelagerten Archivschachteln. Digitale Archive der Zeitschrift sind in der National Library of Australia (Canberra, ACT) und der österreichischen Nationalbibliothek (Wien).salzbuger_nachrichten-gangway

Gangan Archiv 1984–1994

Der „Vorlass“ aus Österreich, also noch aus der Zeit vor der Gründung des Lit-Mags im Jahr 1996 in Australien, befindet sich im Franz Nabl-Institut der Universität Graz und kann im Literaturhaus Graz eingesehen werden.

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© Gerhard Fuchs, Franz Nabl-Institut

Malevolent Fiction

Bernard Cohen, Gerald Ganglbauer,
Gregory Harvey (Hrsg.)

OZlit Collection 2
Australiens experimentelle Literatur

Gangaroo (Gangan Verlag) 2017, zweisprachig, 80 Seiten, Paperback, 20 x 13.5 cm, ISBN 978-1-86336-001-2, € 9.90

Texte von Jas H Duke, Paul Hewson & Linda Marie Walker, Ruark Lewis, Chris Mann und Ania Walwicz.

Erstveröffentlicht online im Gangan Lit-Mag (1996), übersetzt und überarbeitet von Gabi Malotras, Andrea Bandhauer und Gerald Ganglbauer.

Cover: Gerald Ganglbauer

 

 

Zur Zusammenarbeit kam es im Jahr 1991, als ich bei Editions einen Artikel veröffentlichte, wo Bernard Cohen Lektor und Gregory Harvey Herausgeber war. Der Band blieb jedoch unvollständig und ging damals nicht in Druck.

Made in Australia

Gisela Triesch & Rudi Krausmann (Hrsg.)

OZlit Collection 3
Die Poesie des fünften Kontinents

Gangaroo (Gangan Verlag) 1994, zweisprachig, 320 Seiten, Englische Broschur, 20 x 13.5 cm, ISBN 978-3-900530-23-5, € 19,90

Made in AustraliaRobert Adamson • Richard Allen • Bruce Beaver • Marita Beinssen • Judith Beveridge • Walter Billeter • Elizabeth Brown • Pamela Brown • Joanne Burns • Heather Cam • Nancy Cato • Anna Couani • James Cowan • Jack Davis • Bruce Dawe • Margaret Diesendorf • Rosemary Dobson • Michael Dransfield • Laurie Duggan • John Forbes • Peter Goldsworthy • Alan Gould • Robert Gray • Susan Hampton • Robert Harris • Martin Harrison • Kevin Hart • Gwen Harwood • Dorothy Hewett • Barry Humphries • Jurgis Janavicius • Kate Jennings • Eva Johnson • Martin Johnston • Rae Desmond Jones • Manfred Jurgensen • Antigone Kefala • Robert Kenny • Rudi Krausmann • Anthony Lawrence • Shelton Lea • Kate Lilley • Kate Llewellyn • Jennifer Maiden • David Malouf • Hyllus Maris • Billy Marshall-Stoneking • Don Maynard • Rhyll McMaster • Maurilia Meehan • Rod Moran • Les A. Murray • Mudrooroo Narogin • Oodgeroo Noonuccal • Geoff Page • Franco Paisio • Grace Perry • Dorothy Porter • Peter Porter • Jennifer Rankin • Barney Roberts • Nigel Roberts • Judith Rodriguez • Peter Rose • Gig Ryan • Peter Skrzynecki • Amanda Stewart • Randolph Stow • Jennifer Strauss • Bobbi Sykes • Andrew Taylor • Richard Kelly Tipping • John Tranter • Dimitris Tsaloumas • Chris Wallace-Crabbe • Ania Walwicz • Maureen Watson • Banumbir Wongar • Judith Wright • Fay Zwicky

Übersetzt von C. W. Aigner • Hans Magnus Enzensberger • Gerhard Fischer • Gerald Ganglbauer • Rudi Krausmann • Michael C. Prusse • Olaf Reinhardt • Isolde Scheidecker • Gisela Triesch • Volker Wolf

Cover: Gerald Ganglbauer

Evelyn Juers, Southerly und Ralph Elliott, Canberra Times sind zwei ausführliche Rezensionen, die in australischen Medien erschienen sind. Die Besprechung von Inge Neber wurde in dem deutschen Literaturmagazin Das Gedicht, Nr. 3 / Oktober 1995 abgedruckt, jene von Klaus Isele in Chelsea Hotel, A Magazine for the Arts, Volme 7, 1. Hj. 95.

Reviews

chelsea-hotel

Der dritte Band der aufwendig gestalteten OZlit Collection widmet sich der australischen Gegenwarts-Lyrik. Über 100 Gedichte von 80 Lyrikerinnen und Lyrikern zeugen davon, dass Australien auch in diesem Bereich “The Lucky Country” ist, wie Übersetzer Volker Wolf in seinem Vorwort feststellt. Staatliche Förderungsgelder sitzen hier locker (leider schon lange nicht mehr, Anmerkung des Verlegers), die Anzahl der Publikationen weißer und schwarzer Autoren beweist es. Im 20. Jahrhundert ist ein buntes Bild verschiedenster Dichtungen entstanden, sowohl was Themen, Formen als auch Sprache angeht. Angefangen bei den historischen Balladen einer Nancy Cato (“Der alte Swagman”) führt die nach Geburtsdaten chronologisch geordnete Sammlung bis zur provozierenden Anti-Hymne “Australia” einer Ania Walwicz, die über Satzspiegelbreite hinweg Klischees anhäuft. Themen aller Gedichte: das Land und das Verhältnis des Dichters zu ihm, die Konfrontation weißer Einwanderer und Aborigines, westliche Zivilisation vs. Leben mit der Natur. In der Lyrik der Aborigines steht sie an erster Stelle, bei den weißen Autoren ist vor allem die Herkunft Thema. Bezeichnend ihre Selbstironie: Was ist Australien? Drei leere Silben und kein Montmartre. (F. Paisio). Alle großen Namen sind vertreten: Die Aborigine Oodgeroo, Les Murray als in Europa bekanntester Australier, David Malouf, der Spezialist für die Frage der Herkunft etc.

Den Herausgebern und Übersetzern (u.a. H. M. Enzensberger) ein großes Lob für diesen einmaligen Band! Eine Empfehlung besonders an jene, die das Land und dessen Literatur ein bisschen kennen.

Inge Neber

Air Mail from Down Under

Rudi Krausmann & Michael Wilding (Hrsg.)

OZlit Collection 1
Zeitgenössische Literatur Australiens

Gangaroo (Gangan Verlag) 1990, 160 Seiten, Englische Broschur, 20 x 13.5 cm, ISBN 978-3-900530-19-8, € 14,90

Air Mail from Down UnderRudi KrausmannMichael Wilding Short Stories von Glenda Adams • Inez Baranay • David Brooks • Peter Carey • Helen Garner • Kate Grenville • Kris Hemensley • Nick Jose • Rudi Krausmann • David Malouf • Frank Moorhouse • Gerald Murnane • Oodgeroo Noonuccal • Janette Turner Hospital • Vicki Viidikas • Patrick White • Michael Wilding • Renate Yates • Übersetzt von Marc Adrian • Bettina Boss • Gerald Ganglbauer • Bernd und Barbara Hüppauf • Rudi Krausmann • Olaf Reinhardt • Nic Witton

Cover and photos: Gerald Ganglbauer,
Michael and Rudi at the book launch in Sydney

Besprechungen / Reviews

Mehr als Kängurus und Koalas: Kultureller Output Australiens. Dass der kulturelle Output Australiens nicht nur aus Crocodile Dundee und Dornenvögeln besteht, will der Gangan Verlag mit dieser wichtigen Neuerscheinung beweisen.

(H. Schneider am 3. November 1990 in den Salzburger Nachrichten)

Australia Post sticker and stampSelbst für so manchen Anglophonen und -philen ist Australien, was seine Literatur betrifft, ein weitgehend unbekannter Kontinent. Dabei gab’s sogar einen australischen Nobelpreisträger: Patrick White ist übrigens auch einer der insgesamt 18 zeitgenössischen Autoren, deren Kurzprosa in dem Band versammelt sind.
(der Falter, Nr. 48/90)

Dass übersetzte australische Literatur als Buch im deutschsprachigen Raum vertrieben wird, ist wahrlich nicht alltäglich. Die letzte Publikation gehört schon der Vergangenheit an. Hans Petersen veröffentlichte sie vor nicht weniger als 15 Jahren in der DDR.

(Die Woche in Australien einlässlich der Präsentation im Goethe Institut Sydney mit Lesungen von Inez Baranay, David Malouf, Rudi Krausmann, Michael Wilding und Renate Yates, am 2. April 1991)

Luftpost aus Australien; Ein literarischer Schmelztigel, der vom österreichischen Buchhandel allerdings noch ignoriert wird. Eine Anthologie australischer Short Stories könnte das ändern.

(Erwin Quirchmayr in der AZ vom 19. Jänner 1991)

Australische Literatur ist hierzulande kaum bekannt. Nur wenige wissen, dass das Land mit Patrick White im Jahr 1973 einen Nobelpreisträger stellte. Diesem Mangel kann abgeholfen werden: Im Gangan Verlag, Wien und Sydney, ist ein von Rudi Krausmann und Michael Wilding herausgegebener Sammelband mit zeitgenössischen australischen Short Stories erschienen.

(Die Presse am 19. Oktober 1991)

Barbara Ladurner: Anleitung zum Dümmer werden

Praxis der Unbildung

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Barbara Ladurner: Anleitung zum Dümmer werden. Gangan Verlag, Stattegg 2018, 108 Seiten, Softcover, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-900530-44-0, € 9.90

Anleitung-zum-Duemmer-werden-U1Das vorliegende Buch ist eine natürlich nicht ohne Realitätsbezüge im Spiegel zu lesende Anleitung zum Verblöden, die aus der Feder eines gewissen Jens Dummermann zu stammen vorgibt und alle heute wesentlichen Lebensbereiche einer ironischen Prüfung unterzieht. Weh dem, der nicht herzlich darüber lachen kann.

Ein heißer Tipp

Ebenso pfiffig, geistreich und originell und ein heißer Tipp der neue Titel der Autorin. – Petra Ganglbauer www.schreibpaedagogik.com

Barbara Ladurner: Schulmädchentexte

Kreatives Schreiben in der Schulzeit

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Barbara Ladurner: Schulmädchentexte. Gangan Verlag, Stattegg 2017, 88 Seiten, Softcover, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-900530-42-6, € 9.90

Schulmaedchentexte-Cover-U1Dieses Werk umfasst in Prämisse und Nachwort ein kritisches Essay zum Thema Schulbildung und im Hauptteil eine Sammlung von hauptsächlich lyrischen Texten, die ich als Schülerin in der Schule oder in meiner Freizeit verfasst habe. Das Buch verfolgt das Ziel, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie wir der jungen Generation in der Schule durch kreatives Schreiben das Denken lehren können und setzt sich kritisch mit der österreichischen Neuen Reifeprüfung und den implizierten Lehraufgaben im Fach Deutsch auseinander. Die Entwicklung von Sprache und Denken ist wechselseitig voneinander bedingt und kann nicht durch starre Vorgaben und sinnentleerte Testsituationen ersetzt oder gar verbessert werden. Dieses Werk ist ein Plädoyer dafür, in allen bildungspolitischen Fragestellungen zuallererst das Wohl des jugendlichen Individuums zu bedenken und uns unserer Verantwortung für die Entwicklung der nachfolgenden Generationen zu stellen. Die vorliegende Textsammlung veranschaulicht, was im Rahmen eines freien Umgangs mit Sprache und Texten an Denkleistung und literarischem Schaffen möglich werden kann, möchte als literarische Sammlung gelesen werden und zugleich verdeutlichen, wie wertvoll doch die kreativen Arbeiten in der Schule und auch außerhalb für die Jugendlichen sind. Die Texte sind unverändert, chronologisch geordnet und umfassen den Zeitraum von 2005 bis 2014.

Wertvoll und motivierend

Die in Meran geborene und in Wien lebende Pädagogin hat ein im schreibpädagogischen Zusammenhang längst fälliges Buch geschrieben, indem sie auf die Notwendigkeit bzw. Unabdingbarkeit kreativen Schreibens für junge Menschen (und nicht nur für diese) Bezug nimmt.

Sie veröffentlicht in dem vorliegenden Buch nicht nur ganz bewusst eigene Texte, die sie als Schülerin verfasste, sondern hinterfragt auch die Kanonisierungen und Hierarchisierungen im Zusammenhang mit „guter Literatur“ und dem Jurywesen. Zugleich nimmt sie eine wesentliche Positionierung ein, nämlich jene, dass jeder Text (und seine Autorin, sein Autor) im kreativen Kontext wertvoll und ebenso eigenständig wie ernstzunehmend sind!
Eine Prämisse und ein kritisches Essay ergänzen die Textsammlung!

Ein Buch, das bereichernd für jene ist, die schon seit langem dem Leistungsdenken an Schulen (und im Literaturbetrieb) etwas entgegenhalten möchten, unter anderem ist es sicher ein guter Wegweiser für Deutschdidaktikerinnen!

Ein bildungspolitisch jedenfalls wertvolles Buch, das motivierend wirkt!
Petra Ganglbauer www.schreibpaedagogik.com

Sprache entsteht im Denken

Tolles Buch. Denn, der Mensch gehört wieder in den Mittelpunkt. Für Denken, Sprache sowie Kreativität braucht es Zeit und Kinder benötigen diese. Unser Bildungssystem setzt auf maßgeschneiderte Wirtschaftskräfte und vergisst das Individuum. Kritik darf und soll daran geübt werden – die Textsammlung zeigt eine kreative Entwicklung, die für jedes unserer Kinder wünschenswert ist. – Lukas Bauer Amazon

Der Klang des Sommers

Barbara Ladurner schreibt, um neue Welten zu erschaffen, kostbare Wortgebilde zu kreieren und reizvolle Sprachspielereien zu schmieden. – Salto Weekend salto.bz

Gerald Ganglbauer: Einunddreißig

Eine Liebesgeschichte mit 30 Zwischenspielen

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Gerald Ganglbauer: Einunddreißig. Gangan Verlag, Stattegg 2015, 132 Seiten, illustriert mit einer Aktzeichnung von J. Steiner, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-31-0, € 19,90

Wenn von Sex im Zusammenhang mit Parkinson die Rede ist, sind meist sexuelle Störungen wie Impotenz im Alter das Thema. Man verschweigt sehr oft Suchtverhalten mit umgekehrtem Effekt, wie Donjuanismus (Satyriasis oder Hypersexualität), eine der möglichen Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten bei jüngeren Betroffenen.
Im Bett ist alles super. Frauen wie Männer neigen zur Promiskuität und leben aus Bindungsangst mit häufig wechselnden Partnern. Wenn aber Liebe ins Spiel kommt?
Der charmante Umgang des Autors mit Frauen führt unweigerlich zu Eifersucht und sie verlässt den vermeintlichen Don Juan.
Ein Buch über „komplizierte“ Beziehungen.

Früher schrieben Kinder noch Briefe ans Christkind mit ihren geheimsten Wünschen. Heute ist der 24. Dezember, Weihnachten, das Fest der Liebe. Liebes Christkind, alles was ich mir heute wünsche ist etwas Zeit mit ihr. Zeit zum Zuhören, Zeit für Annäherung, Verständnis und Versöhnung. Das wäre ein wunderbares Geschenk im Zeichen der Liebe, die uns verbunden hat, sowie der Freundschaft, die uns immer verbinden wird.  Ob blond, ob braun,
ich liebe alle Frau’n.

Jan Kiepura

 

Ich habe stets nur unbewußt verführt, weil ich immer selbst der Verführte war.
Giacomo Girolamo Casanova (1725–1798)


Die Handlung verdient eigentlich die Bezeichnung Tragödie. Was als unbeschwerte Liebe beginnt endet in zermürbender Zweigleisigkeit, in ständigen Eifersuchtsvorwürfen und einem ungleichen Wettbewerb im Davon- und Nachlaufen.
Er, der sich nach Zweisamkeit sehnt kann nicht treu sein, Sie kuschelt lieber mit Meerschweinchen, letztlich bleiben beide unverstanden, die Auszeiten von einander werden immer länger, die Verletzungen tiefer, der Bruch ist am Ende nicht mehr zu kitten. Wenn da nicht das Wort Hoffnung zwischen den Zeilen stünde.Ulrike Sajko

Gerald Ganglbauer: Ich bin eine Reise

Eine autobiografische Montage

Gerald Ganglbauer: Ich bin eine Reise. Gangan Verlag, Stattegg 2014, 192 Seiten, durchgehend in Farbe, ca. 150 Abbildungen, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-24-2, € 19,90

Das Buch könnte als biografisches Dokument von einiger Relevanz gelesen werden: ein exemplarisches (oder, im Gegenteil, exzentrisches) Schicksal eines Mannes, der vom Österreicher zum Weltbürger und -reisenden geworden ist. Wenige „traveller“ unserer Generation sind tatsächlich an so vielen Orten in so vielen Ländern heimisch geworden… Und die Strategie, Notizen aus verschiedenen Jahrzehnten nebeneinander zu montieren, zeigt sehr schön die Kontinuität, aber auch die Wandlungen in der Persönlichkeit des „Helden“. – Rainer Götz

Dieses Buch ist den Frauen dieser Welt gewidmet, im Besonderen Petra Ganglbauer und Judith Steiner, sowie jenen, die ich auf meiner Reise kennen lernen durfte oder die mich ein Stück des Weges begleitet haben.

schon gelesen. im urlaub. das reisebuch über viele ferne destinationen war somit auch in kirchberg am wechsel. eine gut montierte collage über schreibversuche an unterschiedlichen orten mit unterschiedlichen schreibwerkzeugen (incl. remington-schreibmaschine!) und in unterschiedlichen lebenssituationen. sehr empfehlenswert als urlaubsbegleiter oder für eine virtuelle reise zwischendurch. – Andrea Ghoneim

Den Frei (Kapitel Jugend) kannte ich schon, dennoch überwältigt mich wieder diese jugendliche Unbekümmertheit, mit der Gerald Ganglbauer als junger Mann die Welt inhalierte und mit welcher Leichtigkeit er seine Eindrücke zu Papier brachte. Die Anfänge seiner Kapitel sind romantisch, die Sprache blumig lyrisch und immer im Kontakt mit dem Leser. Im Laufe des Buches drängt sich die altersbedingte Abgeklärtheit in den Vordergrund, verdrängt langsam Frei um dem heutigen Ganglbauer Platz zu machen. Dem Journalisten. Von Parkinson gezeichnet, dem großen Reisen adieu gesagt, fast schon Eremit in seinem Domizil am Ursprung versucht das Buch den Bogen vom jugendlichen Leichtsinn bis hin zum Ernst des Lebens und der Liebe. Viele Bilder aus vergangenen Tagen und solchen, wo wir uns bereits kannten, runden das Buch ab, das in dieser Form wohl einzigartig ist, nicht zu letzt, weil es auch tief in die Seele des Autors blicken lässt. Lesenswert! – Ulrike Sajko

Geboren als Bleistift in Graz, wo die hochwertigen Schriftsteller für den Export hergestellt werden. Das Zitat am Beginn Ganglbauers autobiografischen Werkes verweist auf die besondere Sicht, die der tief in der steirischen Literaturszene verwurzelte Verleger (perspektive) auf seine Heimatstadt Graz hat. Die eines Auslandssteirers mit Außensicht, der erst 2013 heimgekehrt ist. Der Autor gibt intime Einblicke in sein Leben und seine zahlreichen Reisen. Er schreibt über die Intensivität der ersten großen Liebe, den Versuch, sich mit einem Ein-Mann-Betrieb über mehrere Kontinente hinweg den Lebensunterhalt zu verdienen und wie Morbus Parkinson sein Leben verlangsamt hat. – Natalie Resch in: 80

Gerald Ganglbauer: Korrespondenzen auf Papier

Briefe aus der Zeit vor dem Internet

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Gerald Ganglbauer: Korrespondenzen auf Papier. Gangan Verlag, Stattegg 2018, 168 Seiten, durchgehend in Farbe, ca. 150 Abbildungen, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-45-7, € 19,90

COVER-Korrespondenzen-U1In meiner Jugend musste man sich noch in eine Telefonzelle begeben, wenn der Nachbar stundenlang das Vierteltelefon besetzt hielt. Man musste auch noch Briefe auf dem Medium Papier verfassen und vom Postdienst zustellen lassen, weil das Internet in den Haushalten völlig unbekannt, ja sogar unvorstellbar war. In jener Zeit legte man noch Wert auf gewählte Sprache, korrekte Rechtschreibung und Gestaltung seiner Korrespondenz, die man mit schönen Briefmarken frankierte. Damals bastelte man mit Hand gefertigte Kuverts aus bunten Magazinen, die eine mittlerweile privatisierte Post heute – weil nicht maschinenlesbar – nur mehr gegen Aufzahlung annehmen würde. Ob Normierung nun besser oder schlechter ist, sei dahingestellt. Ich habe jedenfalls Briefe immer aufgehoben und dokumentiere hier eine Auswahl. Eine Überschwemmung hat leider den Großteil zerstört, sonst wäre dieses Buch dreimal so prall geworden. Mit Tinte geschriebene Briefe und Postkarten waren ins Unleserliche zerflossen und mussten nach sorgfältiger Prüfung entsorgt werden. Es freut mich, dass noch etwa 200 Briefe zu retten waren, die hier – wenngleich auch mit „Salzblüten“ – ein neues Leben erfahren.

Die Themen gab das Leben vor: Kennenlernen, Reisen, Arbeit und Liebe, oft Antworten auf unsichtbare Fragen. Leider war es bei privater Korrespondenz nicht üblich, für sich selbst eine Kopie seines Schreibens aufzubewahren, weshalb sich alle Briefe an „Lieber Gerald“ oder „Dear Gerald“ richten. Es erfordert ein wenig Fantasie, sich meinen Teil am Briefwechsel vorzustellen. Die Briefe heute wieder zu sichten hat mich an Wegkreuzungen erinnert, die – anders begangen – mein Leben um 180º verändert haben könnten. Frau, Kind und fester Wohnsitz zum Beispiel. Das sind zwar interessante Hypothesen, aber es ist nun einmal, wie es ist. Da stehe ich voll hinter Edith Piaf.

Non, rien de rien, non, je ne regrette rien
Ni le bien qu’on m’a fait, ni le mal
Tout ça m’est bien égal

Ich sollte noch erwähnen, dass Parallelen zu Abschnitten der „Geografie der Liebe“ (meinem dritten Buch) nicht zufällig sind. Dort finden sich Begegnungen aus meiner Perspektive, hier haben die Frauen das uneingeschränkte Wort. Alle Briefe sind authentisch und unabhängig davon gewählt, wie ich im Einzelfall wegkomme. Erst die Summe macht den ganzen Mann.

Textauszug


Kleine Zeitung, 23.02.2018

Kronenzeitung, 21.02.2018

Gerald Ganglbauer: Geografie der Liebe

All you need is love – die Generation der Baby-Boomer

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Gerald Ganglbauer: Geografie der Liebe. Gangan Verlag Stattegg 2016, 132 Seiten, Illustrationen und Fotos, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-33-4, € 19,90

COVER-Geografie-der-Liebe-U1Geografie der Liebe ist das dritte von drei Büchern Gerald Ganglbauers, die alle knapp hintereinander erschienen sind und deren hervorstechendstes Merkmal die unprätentiöse Ehrlichkeit des Autors ist. Mit diesem jüngsten Band lebt er nicht nur 40 Jahre Zeitgenossenschaft vor, sondern ermöglicht seinen Leserinnen und Lesern einen intimen Blick in das Liebesleben eines Vertreters der Baby-Boomer Generation.
Dieses liebevoll gestaltete Buch passt in keine Schublade, was sich schon an den vier Zitaten zeigt, die der Autor als eine Art Einführung vorangestellt hat, Hermann Hesses „Stufen“ allen voran.
Aber auch Wilhelm Reich und Frank Zappa (jedem Kapitel sind Musiker zugeordnet) prägen die Geburtsjahrgänge 1955 bis 1965 und Gerald Ganglbauer nimmt sich kein Blatt vor den Mund.
Ob nun 200 Stationen einer Reise, 200 Beziehungen zu Frauen, 200 Begegnungen in der Transit Zone, oder 200 Episodes of Life and Times, sie sind allesamt charmant, frech, unterhaltsam und immer authentisch.

All you need is love
The Beatles
Cherchez la femme
Alexandre Dumas
Wise Men Say, Only Fools Rush In
Elvis Presley
Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan
Johann Wolfgang von Goethe
One time naked,
Who never knew shame;
Now we put clothes on
To hide whatsaname
.

Oodgeroo Noonuccal
Wer liebt, schläft nicht
Robert Schneider
Was bleibt, Liebster, ist das nackte Leben und ein kindliches Gefühl der geilen Freiheit.
Valerie Fritsch


Kleine Zeitung
Werner Krause (Kleine Zeitung, Samstag, 25. Februar 2017)

Zwischen Lust und (Liebes)leben

Von Andrea aus Deutschland, Beate aus Graz, Cynthia aus Japan bis hin zu Zalina aus Russland sind hier das gesamte ABC der Frauennamen und viele Nationen dieser Welt zu finden. Viele Frauen, viele Orte, ein Mann – und seine Leidenschaft. Passion, Liebe, Lust.

Aber dieses Buch ist keine angeberische Aufzählung der Bettgeschichten oder Liebessachen des Autors. Es ist vielmehr ein Stück Lebensgeschichte, das dem aufmerksamen Leser intime Einblicke in die diversen Lebensphasen und Gedankengänge Gerald Ganglbauers ebenso wie intime Einblicke in dessen Schlafzimmer gewährt.

Die erotische Note der Erzählungen entlarvt das voyeuristische Lesevergnügen, zugleich bestechen die z.T. wie eine Chronik präsentierten Darstellungen in ihrer sachlichen Präzision und Klarheit. Kühne Lebensentscheidungen und Umzüge, unkomplizierte Affären und berauschende One-Night-Stands finden alle scheinbar gleichberechtigt ihren Platz im Buch und in der Lebensgeschichte des Autors. Alle Begegnungen zählen, alle Frauen haben einen größeren oder kleineren Eindruck auf seinem Weg hinterlassen. Und er zollt ihnen Respekt – trotz oder vielleicht sogar aufgrund der bestechenden Ehrlichkeit, mit der Gerald Ganglbauer die verschiedenen Episoden schildert.

Denn am Ende geht es um Liebe. Und nur wenige haben den Mut, freie Liebe öffentlich zu plädieren und v.a. selbst wirklich zu leben. Gerald Ganglbauer ist einer von ihnen. Und sein Buch ist ein einzigartiges Zeugnis davon.

Barbara Ladurner (Gangan Reviews)

Kronenzeitung Besprechung
– Christoph Hartner (Kronenzeitung, Dienstag, 4. Juli 2017)