Barbara Ladurner: Anleitung zum Dümmer werden

Praxis der Unbildung

Barbara Ladurner: Anleitung zum Dümmer werden. Gangan Verlag, Stattegg 2018, 108 Seiten, Softcover, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-900530-44-0, € 9.90

Anleitung-zum-Duemmer-werden-U1Das vorliegende Buch ist eine natürlich nicht ohne Realitätsbezüge im Spiegel zu lesende Anleitung zum Verblöden, die aus der Feder eines gewissen Jens Dummermann zu stammen vorgibt und alle heute wesentlichen Lebensbereiche einer ironischen Prüfung unterzieht. Weh dem, der nicht herzlich darüber lachen kann.

Ein heißer Tipp

Ebenso pfiffig, geistreich und originell und ein heißer Tipp der neue Titel der Autorin. – Petra Ganglbauer www.schreibpaedagogik.com

Barbara Ladurner: Schulmädchentexte

Kreatives Schreiben in der Schulzeit

 

Barbara Ladurner: Schulmädchentexte. Gangan Verlag, Stattegg 2017, 88 Seiten, Softcover, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-900530-42-6, € 9.90

Schulmaedchentexte-Cover-U1Dieses Werk umfasst in Prämisse und Nachwort ein kritisches Essay zum Thema Schulbildung und im Hauptteil eine Sammlung von hauptsächlich lyrischen Texten, die ich als Schülerin in der Schule oder in meiner Freizeit verfasst habe. Das Buch verfolgt das Ziel, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie wir der jungen Generation in der Schule durch kreatives Schreiben das Denken lehren können und setzt sich kritisch mit der österreichischen Neuen Reifeprüfung und den implizierten Lehraufgaben im Fach Deutsch auseinander. Die Entwicklung von Sprache und Denken ist wechselseitig voneinander bedingt und kann nicht durch starre Vorgaben und sinnentleerte Testsituationen ersetzt oder gar verbessert werden. Dieses Werk ist ein Plädoyer dafür, in allen bildungspolitischen Fragestellungen zuallererst das Wohl des jugendlichen Individuums zu bedenken und uns unserer Verantwortung für die Entwicklung der nachfolgenden Generationen zu stellen. Die vorliegende Textsammlung veranschaulicht, was im Rahmen eines freien Umgangs mit Sprache und Texten an Denkleistung und literarischem Schaffen möglich werden kann, möchte als literarische Sammlung gelesen werden und zugleich verdeutlichen, wie wertvoll doch die kreativen Arbeiten in der Schule und auch außerhalb für die Jugendlichen sind. Die Texte sind unverändert, chronologisch geordnet und umfassen den Zeitraum von 2005 bis 2014.

Wertvoll und motivierend

Die in Meran geborene und in Wien lebende Pädagogin hat ein im schreibpädagogischen Zusammenhang längst fälliges Buch geschrieben, indem sie auf die Notwendigkeit bzw. Unabdingbarkeit kreativen Schreibens für junge Menschen (und nicht nur für diese) Bezug nimmt.

Sie veröffentlicht in dem vorliegenden Buch nicht nur ganz bewusst eigene Texte, die sie als Schülerin verfasste, sondern hinterfragt auch die Kanonisierungen und Hierarchisierungen im Zusammenhang mit „guter Literatur“ und dem Jurywesen. Zugleich nimmt sie eine wesentliche Positionierung ein, nämlich jene, dass jeder Text (und seine Autorin, sein Autor) im kreativen Kontext wertvoll und ebenso eigenständig wie ernstzunehmend sind!
Eine Prämisse und ein kritisches Essay ergänzen die Textsammlung!

Ein Buch, das bereichernd für jene ist, die schon seit langem dem Leistungsdenken an Schulen (und im Literaturbetrieb) etwas entgegenhalten möchten, unter anderem ist es sicher ein guter Wegweiser für Deutschdidaktikerinnen!

Ein bildungspolitisch jedenfalls wertvolles Buch, das motivierend wirkt!
Petra Ganglbauer www.schreibpaedagogik.com

Sprache entsteht im Denken

Tolles Buch. Denn, der Mensch gehört wieder in den Mittelpunkt. Für Denken, Sprache sowie Kreativität braucht es Zeit und Kinder benötigen diese. Unser Bildungssystem setzt auf maßgeschneiderte Wirtschaftskräfte und vergisst das Individuum. Kritik darf und soll daran geübt werden – die Textsammlung zeigt eine kreative Entwicklung, die für jedes unserer Kinder wünschenswert ist. – Lukas Bauer Amazon

Der Klang des Sommers

Barbara Ladurner schreibt, um neue Welten zu erschaffen, kostbare Wortgebilde zu kreieren und reizvolle Sprachspielereien zu schmieden. – Salto Weekend salto.bz

Gerald Ganglbauer: Einunddreißig

Eine Liebesgeschichte mit 30 Zwischenspielen

 

Gerald Ganglbauer: Einunddreißig. Gangan Verlag, Stattegg 2015, 132 Seiten, illustriert mit einer Aktzeichnung von J. Steiner, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-31-0, € 19,90

Wenn von Sex im Zusammenhang mit Parkinson die Rede ist, sind meist sexuelle Störungen wie Impotenz im Alter das Thema. Man verschweigt sehr oft Suchtverhalten mit umgekehrtem Effekt, wie Donjuanismus (Satyriasis oder Hypersexualität), eine der möglichen Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten bei jüngeren Betroffenen.
Im Bett ist alles super. Frauen wie Männer neigen zur Promiskuität und leben aus Bindungsangst mit häufig wechselnden Partnern. Wenn aber Liebe ins Spiel kommt?
Der charmante Umgang des Autors mit Frauen führt unweigerlich zu Eifersucht und sie verlässt den vermeintlichen Don Juan.
Ein Buch über „komplizierte“ Beziehungen.

Früher schrieben Kinder noch Briefe ans Christkind mit ihren geheimsten Wünschen. Heute ist der 24. Dezember, Weihnachten, das Fest der Liebe. Liebes Christkind, alles was ich mir heute wünsche ist etwas Zeit mit ihr. Zeit zum Zuhören, Zeit für Annäherung, Verständnis und Versöhnung. Das wäre ein wunderbares Geschenk im Zeichen der Liebe, die uns verbunden hat, sowie der Freundschaft, die uns immer verbinden wird.  Ob blond, ob braun,
ich liebe alle Frau’n.

Jan KiepuraIch habe stets nur unbewußt verführt, weil ich immer selbst der Verführte war.
Giacomo Girolamo Casanova (1725–1798)


Die Handlung verdient eigentlich die Bezeichnung Tragödie. Was als unbeschwerte Liebe beginnt endet in zermürbender Zweigleisigkeit, in ständigen Eifersuchtsvorwürfen und einem ungleichen Wettbewerb im Davon- und Nachlaufen.
Er, der sich nach Zweisamkeit sehnt kann nicht treu sein, Sie kuschelt lieber mit Meerschweinchen, letztlich bleiben beide unverstanden, die Auszeiten von einander werden immer länger, die Verletzungen tiefer, der Bruch ist am Ende nicht mehr zu kitten. Wenn da nicht das Wort Hoffnung zwischen den Zeilen stünde.Ulrike Sajko

Gerald Ganglbauer: Ich bin eine Reise

Eine autobiografische Montage

 

Gerald Ganglbauer: Ich bin eine Reise. Gangan Verlag, Stattegg 2014, 192 Seiten, durchgehend in Farbe, ca. 150 Abbildungen, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-24-2, € 19,90

Das Buch könnte als biografisches Dokument von einiger Relevanz gelesen werden: ein exemplarisches (oder, im Gegenteil, exzentrisches) Schicksal eines Mannes, der vom Österreicher zum Weltbürger und -reisenden geworden ist. Wenige „traveller“ unserer Generation sind tatsächlich an so vielen Orten in so vielen Ländern heimisch geworden… Und die Strategie, Notizen aus verschiedenen Jahrzehnten nebeneinander zu montieren, zeigt sehr schön die Kontinuität, aber auch die Wandlungen in der Persönlichkeit des „Helden“. – Rainer Götz

Dieses Buch ist den Frauen dieser Welt gewidmet, im Besonderen Petra Ganglbauer und Judith Steiner, sowie jenen, die ich auf meiner Reise kennen lernen durfte oder die mich ein Stück des Weges begleitet haben.

schon gelesen. im urlaub. das reisebuch über viele ferne destinationen war somit auch in kirchberg am wechsel. eine gut montierte collage über schreibversuche an unterschiedlichen orten mit unterschiedlichen schreibwerkzeugen (incl. remington-schreibmaschine!) und in unterschiedlichen lebenssituationen. sehr empfehlenswert als urlaubsbegleiter oder für eine virtuelle reise zwischendurch. – Andrea Ghoneim

Den Frei (Kapitel Jugend) kannte ich schon, dennoch überwältigt mich wieder diese jugendliche Unbekümmertheit, mit der Gerald Ganglbauer als junger Mann die Welt inhalierte und mit welcher Leichtigkeit er seine Eindrücke zu Papier brachte. Die Anfänge seiner Kapitel sind romantisch, die Sprache blumig lyrisch und immer im Kontakt mit dem Leser. Im Laufe des Buches drängt sich die altersbedingte Abgeklärtheit in den Vordergrund, verdrängt langsam Frei um dem heutigen Ganglbauer Platz zu machen. Dem Journalisten. Von Parkinson gezeichnet, dem großen Reisen adieu gesagt, fast schon Eremit in seinem Domizil am Ursprung versucht das Buch den Bogen vom jugendlichen Leichtsinn bis hin zum Ernst des Lebens und der Liebe. Viele Bilder aus vergangenen Tagen und solchen, wo wir uns bereits kannten, runden das Buch ab, das in dieser Form wohl einzigartig ist, nicht zu letzt, weil es auch tief in die Seele des Autors blicken lässt. Lesenswert! – Ulrike Sajko

Geboren als Bleistift in Graz, wo die hochwertigen Schriftsteller für den Export hergestellt werden. Das Zitat am Beginn Ganglbauers autobiografischen Werkes verweist auf die besondere Sicht, die der tief in der steirischen Literaturszene verwurzelte Verleger (perspektive) auf seine Heimatstadt Graz hat. Die eines Auslandssteirers mit Außensicht, der erst 2013 heimgekehrt ist. Der Autor gibt intime Einblicke in sein Leben und seine zahlreichen Reisen. Er schreibt über die Intensivität der ersten großen Liebe, den Versuch, sich mit einem Ein-Mann-Betrieb über mehrere Kontinente hinweg den Lebensunterhalt zu verdienen und wie Morbus Parkinson sein Leben verlangsamt hat. – Natalie Resch in: 80

Gerald Ganglbauer: Korrespondenzen auf Papier

Briefe aus der Zeit vor dem Internet

 

Gerald Ganglbauer: Korrespondenzen auf Papier. Gangan Verlag, Stattegg 2018, 168 Seiten, durchgehend in Farbe, ca. 150 Abbildungen, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-45-7, € 19,90

COVER-Korrespondenzen-U1In meiner Jugend musste man sich noch in eine Telefonzelle begeben, wenn der Nachbar stundenlang das Vierteltelefon besetzt hielt. Man musste auch noch Briefe auf dem Medium Papier verfassen und vom Postdienst zustellen lassen, weil das Internet in den Haushalten völlig unbekannt, ja sogar unvorstellbar war. In jener Zeit legte man noch Wert auf gewählte Sprache, korrekte Rechtschreibung und Gestaltung seiner Korrespondenz, die man mit schönen Briefmarken frankierte. Damals bastelte man mit Hand gefertigte Kuverts aus bunten Magazinen, die eine mittlerweile privatisierte Post heute – weil nicht maschinenlesbar – nur mehr gegen Aufzahlung annehmen würde. Ob Normierung nun besser oder schlechter ist, sei dahingestellt. Ich habe jedenfalls Briefe immer aufgehoben und dokumentiere hier eine Auswahl. Eine Überschwemmung hat leider den Großteil zerstört, sonst wäre dieses Buch dreimal so prall geworden. Mit Tinte geschriebene Briefe und Postkarten waren ins Unleserliche zerflossen und mussten nach sorgfältiger Prüfung entsorgt werden. Es freut mich, dass noch etwa 200 Briefe zu retten waren, die hier – wenngleich auch mit „Salzblüten“ – ein neues Leben erfahren.

Die Themen gab das Leben vor: Kennenlernen, Reisen, Arbeit und Liebe, oft Antworten auf unsichtbare Fragen. Leider war es bei privater Korrespondenz nicht üblich, für sich selbst eine Kopie seines Schreibens aufzubewahren, weshalb sich alle Briefe an „Lieber Gerald“ oder „Dear Gerald“ richten. Es erfordert ein wenig Fantasie, sich meinen Teil am Briefwechsel vorzustellen. Die Briefe heute wieder zu sichten hat mich an Wegkreuzungen erinnert, die – anders begangen – mein Leben um 180º verändert haben könnten. Frau, Kind und fester Wohnsitz zum Beispiel. Das sind zwar interessante Hypothesen, aber es ist nun einmal, wie es ist. Da stehe ich voll hinter Edith Piaf.

Non, rien de rien, non, je ne regrette rien
Ni le bien qu’on m’a fait, ni le mal
Tout ça m’est bien égal

Ich sollte noch erwähnen, dass Parallelen zu Abschnitten der „Geografie der Liebe“ (meinem dritten Buch) nicht zufällig sind. Dort finden sich Begegnungen aus meiner Perspektive, hier haben die Frauen das uneingeschränkte Wort. Alle Briefe sind authentisch und unabhängig davon gewählt, wie ich im Einzelfall wegkomme. Erst die Summe macht den ganzen Mann.

Textauszug

Kleine Zeitung, 23.02.2018
Kronenzeitung, 21.02.2018

Gerald Ganglbauer: Geografie der Liebe

All you need is love – die Generation der Baby-Boomer

 

Gerald Ganglbauer: Geografie der Liebe. Gangan Verlag Stattegg 2016, 132 Seiten, Illustrationen und Fotos, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-33-4, € 19,90

COVER-Geografie-der-Liebe-U1Geografie der Liebe ist das dritte von drei Büchern Gerald Ganglbauers, die alle knapp hintereinander erschienen sind und deren hervorstechendstes Merkmal die unprätentiöse Ehrlichkeit des Autors ist. Mit diesem jüngsten Band lebt er nicht nur 40 Jahre Zeitgenossenschaft vor, sondern ermöglicht seinen Leserinnen und Lesern einen intimen Blick in das Liebesleben eines Vertreters der Baby-Boomer Generation.
Dieses liebevoll gestaltete Buch passt in keine Schublade, was sich schon an den vier Zitaten zeigt, die der Autor als eine Art Einführung vorangestellt hat, Hermann Hesses „Stufen“ allen voran.
Aber auch Wilhelm Reich und Frank Zappa (jedem Kapitel sind Musiker zugeordnet) prägen die Geburtsjahrgänge 1955 bis 1965 und Gerald Ganglbauer nimmt sich kein Blatt vor den Mund.
Ob nun 200 Stationen einer Reise, 200 Beziehungen zu Frauen, 200 Begegnungen in der Transit Zone, oder 200 Episodes of Life and Times, sie sind allesamt charmant, frech, unterhaltsam und immer authentisch.

All you need is love
The Beatles
Cherchez la femme
Alexandre Dumas
Wise Men Say, Only Fools Rush In
Elvis Presley
Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan
Johann Wolfgang von Goethe
One time naked,
Who never knew shame;
Now we put clothes on
To hide whatsaname
.

Oodgeroo Noonuccal
Wer liebt, schläft nicht
Robert Schneider
Was bleibt, Liebster, ist das nackte Leben und ein kindliches Gefühl der geilen Freiheit.
Valerie Fritsch

Kleine Zeitung
Werner Krause (Kleine Zeitung, Samstag, 25. Februar 2017)

Zwischen Lust und (Liebes)leben

Von Andrea aus Deutschland, Beate aus Graz, Cynthia aus Japan bis hin zu Zalina aus Russland sind hier das gesamte ABC der Frauennamen und viele Nationen dieser Welt zu finden. Viele Frauen, viele Orte, ein Mann – und seine Leidenschaft. Passion, Liebe, Lust.

Aber dieses Buch ist keine angeberische Aufzählung der Bettgeschichten oder Liebessachen des Autors. Es ist vielmehr ein Stück Lebensgeschichte, das dem aufmerksamen Leser intime Einblicke in die diversen Lebensphasen und Gedankengänge Gerald Ganglbauers ebenso wie intime Einblicke in dessen Schlafzimmer gewährt.

Die erotische Note der Erzählungen entlarvt das voyeuristische Lesevergnügen, zugleich bestechen die z.T. wie eine Chronik präsentierten Darstellungen in ihrer sachlichen Präzision und Klarheit. Kühne Lebensentscheidungen und Umzüge, unkomplizierte Affären und berauschende One-Night-Stands finden alle scheinbar gleichberechtigt ihren Platz im Buch und in der Lebensgeschichte des Autors. Alle Begegnungen zählen, alle Frauen haben einen größeren oder kleineren Eindruck auf seinem Weg hinterlassen. Und er zollt ihnen Respekt – trotz oder vielleicht sogar aufgrund der bestechenden Ehrlichkeit, mit der Gerald Ganglbauer die verschiedenen Episoden schildert.

Denn am Ende geht es um Liebe. Und nur wenige haben den Mut, freie Liebe öffentlich zu plädieren und v.a. selbst wirklich zu leben. Gerald Ganglbauer ist einer von ihnen. Und sein Buch ist ein einzigartiges Zeugnis davon.

Barbara Ladurner (Gangan Reviews)

Kronenzeitung Besprechung
– Christoph Hartner (Kronenzeitung, Dienstag, 4. Juli 2017)

 

Mike Markart: Belsize Park

Gedichte | 4

Mike Markart: Belsize Park. Gangan Verlag, Stattegg 2016, 64 Seiten, Paperback, 21 x 14.5 cm, ISBN 978-3-900530-06-8, € 7,90

Belsize-Park-frontcoverVor 30 Jahren ist mein Gedichtband „Belsize Park“ erschienen. Aufgrund der Neuauflage kehre ich in ihn zurück. Ich habe ihn natürlich längst vergessen.
Die Menschen dort ebenfalls.
Ich lasse mich also auf etwas vollkommen Neues ein, als ich ihn jetzt wieder lese.
Schließlich unterteilt sich mein literarisches Leben in 3 wesentliche Abschnitte, die sich sehr voneinander unterscheiden. In die „frühen Gedichte“ der 80er Jahre, die darauf folgende „formale, strenge Prosa“, und meine größeren Prosaarbeiten seit 2008, welche erzählerischer und inhaltsreicher sind.
Der „Belsize Park“ stammt also aus einer Phase, in welcher ich mit gezielten Auslassungen und Engführungen Irritation hervorzurufen und die Räume verbrauchter Bilder neu zu ordnen versuchte.
Lese ich diese Texte jetzt, ist mir vieles rätselhaft.
Ich finde anregende Wendungen in jenem Raum, der sich meiner Erinnerung bereits entzogen hatte.
Diese verstörenden Satzteile, das Ungesagte, die Zwischenräume und Brüche erinnern mich aber an mich.
Ein wenig.
Ich werde sie aber nie mehr ganz erreichen.
So lese ich die Texte wie Gedichte eines lebenslangen Freundes,
der mir am Herzen liegt.
Mike Markart

Reinhold Aumaier: Heisser Tipp

Mottogedichte

Reinhold Aumaier: Heisser Tipp. Gangan Verlag, Sydney 1999, 88 Druckseiten, ISBN 978-3-900530-26-6, iBook für iPad, iPhone und Mac, € 2,99

Band 11 der Reihe „Gedichte“ präsentiert den österreichischen Dichter Reinhold Aumaier mit 54 Texten, denen er jeweils ein Zitat von Laotse bis Bob Marley als Motto vorangestellt hat.

Herausgegeben von Gerald Ganglbauer.

Aumaiers Stärke ist die lockere Verbindung zwischen verschiedensten Gegebenheiten und ihren sprachlichen Darstellungsmöglichkeiten. Er ist ein Meister von humoristisch-analytischen Wort- und Sprachspielen, die auf Verfahren der experimentellen und Konkreten Poesie zurückgreifen.
Michael Hansel

Marc Adrian: die maschinentexte

montagen, textsynthesen, computer generierte texte, permutationen

Marc Adrian: die maschinentexte. Gangan Verlag, Sydney 1996, ISBN 978-3-900530-25-9, iBook für iPad, iPhone und Mac, € 4,99

anise of club without gael the perfect no unrepining the glutinous inside dodecagon. alternation without style. stuff not presumptive. glutinous inside luxury. chirk inside unrepining. gael not presumptive. coffee-grounds not magpie from coffegrounds no askew of style without presumptive beyond anise not servia the alternation, cannibal the style not magpie. deliver, anise the chirk no deliver the alternation a servia beyond askew, club from club inside style by stuff without regularity beyond glutinous without inside wiseacre with cannibal in-side deliver from presumptive inside glutinous. chirk without practicable the wiseacre inside magpie. gael not club.

aus: text nr. 9, die maschinentexte. (text nr. 9/67 wurde anläßlich der ausstellung „cybernetic serendipity“ im ICA london vom BBC als eigene sendung zusammen mit text nr. 10, 11 und (vielleicht) 8/67 gebracht, deren originale in london geblieben sind.)

Magdalena Sadlon: Entweder Olga

Prosa

 

Magdalena Sadlon: Entweder Olga. Gangan Verlag, Wien und Sydney 1993, 96 Seiten, Foto: Cornelia Mittendorfer, Cover: Gerald Ganglbauer, Illustrationen der Autorin, Hardcover, 21.5 x 15 cm, ISBN 3-900530-21-1, € 14,90

Entweder-OlgaLiteraturgeflüster, 9. Juli 2013

Jetzt kommt wieder ein Kunststück nämlich die Besprechung eines experimentellen Textes, sehr sorgsam konstruiert, in verschiedenen Sprachformen aufgebaut, aber wenig Plot und Inhalt, schöne Sätze, wenig Handlung und wahrscheinlich kein Realismus, den ich ja sehr brauche, also flüchte ich mich wieder in allgemeine Literaturbetrachtung, erzähle was ich über die Autorin und die Geschichte des Buches weiß und das letztere ist sehr interessant und vermag auch ein wenig Einblick in den Literaturbetrieb und das Leseverhalten zu geben.

Also um nicht ebenfalls unverständlich zu werden. Ich bespreche Magdalena Sadlons, 1993 bei gangan erschienene Prosa “Entweder Olga”.

Ein Buch das ich vor mehr als einem Jahr im “Wortschatz” am Margaretenplatz gefunden habe. Ein neues, ungelesenes Buch. Und wenn ich mich nicht irre, standen ein paar Exemplare im Kasten und dann immer wieder, wer sich also dafür interessiert, hingehen, vielleicht ist es noch zu finden.
Ich interessiere mich natürlich dafür, wer die unverkaufte Auflage hineinstellt? Der Herausgeber Gerald Ganglbauer, der Ex Mann Petra Ganglbauers wird es nicht sein, lebt er, glaube ich ja in Australien und ist seit seiner Parkinson Diagnose Botschafter für Parkinson-Selbsthilfegruppen.
Vielleicht die Autorin selbst, die 1956 in der Slowakei geboren wurde und 1968 mit ihrer Familie nach Österreich kam und die, wie ich in der GAV-Mitgliederliste gesehen habe, im vierten Bezirk lebt und sich einer Restauflage entledigen will? Ich kenne den Namen von der GAV und wahrscheinlich auch von der Zeit als ich noch um Stipendien angesucht habe, hat Magdalena Sadlon, wie im Buch steht, einige bekommen. Persönlich kenne ich sie, glaube ich, nicht.
2006 ist aber bei Zsolnay ein Buch von ihr erschienen und das wurde, glaube ich, in “Ex Libris” besprochen.
Dann kam noch 2007 der Adalbert von Chamisso-Preis, also eine sehr beachtliche literarische Karriere, die viele GAV-Mitglieder nicht schaffen.
Seit 1984 lebt die Schauspielerin und Übersetzerin in Wien und Zwettl, steht auf dem Buch.
1988 sind bei gangan “Man sucht ein Leben lang – 41 Anagramme” erschienen, dazu gibts Besprechungen von Barbara Alms, Brigitte Mayr und Wendelin Schmidt-Dengler der “sie ist eine Meisterin, in dem, was man die “Alchemie des Wortes” genannt hat”, schreibt.
Das Buch ist unter hundert Seiten lang und besteht aus verschiedenen Sprachformen. Ein großer Teil sind dreizehn Abschnitte, die von einer “sie” erzählen, ob das die Olga ist?
Handlung ist wie geschrieben, keine zu erkennen, aber schöne Sätze, Anmerkungen, Fußnoten, Paragraphen. Eine Meisterin der Sprache, wie Andrea Winkler vielleicht, oder etwas experimenteller und weniger Mainstream, mehr wie Ilse Kilic könnte man meinen, gibt es ja immer wieder Zeichnungen und auch Überschriften. So steht im Abschnitt I auf einmal “Leben? Sinn? und ähnliche Fragen” großgedruckt in der Mitte der Seite.
“Haus des Zufalls Zuhauf warum ums Herz” im zweiten.
Es wird aber Groß und Klein geschrieben, was interessant ist, weil das in der neueren experimentellen Literatur nicht so ist.
Dann gibts immer wieder eingeschobene Geschichten. “Gespräche mit einem Hund” beispielsweise.

“na wer kommt denn da, na wer ist denn da? na was, ablutschen und liegen lassen, du Elender!”

Ein Kapitel ist mit “ich” überschrieben.

“ich habe dich nicht kommen gehört
ich habe dich nicht hören gesehen
ich habe dich nicht sehen
ich habe dich nicht wollen”

Auf Seite achtunddreißig gibts eine Zeichnung. Da wird der Weg von der Faulmanngasse zur Josefinengasse und retour, mit Prater, Riesenrad, Stephansplatz und U-Bahnstationen ganz genau gezeichnet.
Zwei Kapitel sind der “Kindheit” gewidmet. In “Kindheit” trifft man auf bekanntes.
“Sitz gerade! Antworte wenn du gefragt wirst! Gib deine Hände auf den Tisch!” u.s.w. u.s.f.
“In Gewissen” trifft man auf die Handschrift, etwas was mich an den Rudi erinnert. Ein Kassenzettel aus dem “Gasthaus Spatzennest” findet man später auch. “Keine bezahlte Anzeige” steht darunter.
Bei Abschnitt XII steht dann immer wieder “Bilder diesselben und immer Worte. Worte diesselben und immer Bilder.”
In der Mitte ist ein Quadrat herausgeschnitten, das auf der gegenüberliegenden Seite zu finden ist.
“Fortissimo” steht darunter.
Auf den Seiten 82 und 82 gibts ein “Hörstück”
Dann folgen einige Gedichte. Die schon erwähnte Rechnung über 108 Schilling, was ein Wurzelfleisch und ein Seidl betrifft, was mir für 1992 sehr teuer erscheint.
Dann kommt das, was den Namen des Buches erklären könnte.
“entweder Olga, Aug um Augusta, alles oder Nina, Geld oder Lena, an da Wanda, mein Undine”, schön angeordnet, was auch am Cover anzutreffen ist.
Danach wird für das Zustandekommen gedankt. Die mir bekannten Namen sind dabei Reinhold Aumaier auch ein experimenteller Autor, den ich schon gelesen habe, Ilse Kilic, Christian Steinbacher und ein bißchen weniger experimentell, dem St. Pöltner Autor Günther Stingl, sowie ihrer Mutter und ihrem Vater.

“Weiters danke ich der Jury des Anerkennungspreises des Landes Niederösterreichs 1990, der Jury des Förderungspreises der Stadt Wien 1990, der Jury des Theodor Körner Preises 1992 und der Jury des österreichischen Staatsstipendiums für Literatur 1993. M.S.”

Man sieht Magdalena Sadlon ist eine anerkannte Autorin, die den meisten Österreicherin wahrscheinlich trotzdem unbekannt ist, wenn man sie lesen und mehr von ihr erfahren will, ist der “Wortschatz” am Margaretenplatz, wie schon erwähnt, sehr zu empfehlen. Vielleicht gibts noch mal das Buch darin zu finden. Und wieder bin ich ein bißchen ratlos zurückgeblieben. Weil mir die schönen Worte und die Sprachspielereien nicht ganz reichen. Damit werden aber Preise und Stipendien gewonnen, sowie Bücher gedruckt, die vielleicht unverkäuflich sind.
Eva Jancak

Julian Schutting in „Die Presse“
Birgit Schwaner in der „Wiener Zeitung“