Gerald Ganglbauer: Einunddreißig

Eine Liebesgeschichte mit 30 Zwischenspielen

 

Gerald Ganglbauer: Einunddreißig. Gangan Verlag, Stattegg 2015, 132 Seiten, illustriert mit einer Aktzeichnung von J. Steiner, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-31-0, € 19,90

Wenn von Sex im Zusammenhang mit Parkinson die Rede ist, sind meist sexuelle Störungen wie Impotenz im Alter das Thema. Man verschweigt sehr oft Suchtverhalten mit umgekehrtem Effekt, wie Donjuanismus (Satyriasis oder Hypersexualität), eine der möglichen Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten bei jüngeren Betroffenen.
Im Bett ist alles super. Frauen wie Männer neigen zur Promiskuität und leben aus Bindungsangst mit häufig wechselnden Partnern. Wenn aber Liebe ins Spiel kommt?
Der charmante Umgang des Autors mit Frauen führt unweigerlich zu Eifersucht und sie verlässt den vermeintlichen Don Juan.
Ein Buch über „komplizierte“ Beziehungen.

Früher schrieben Kinder noch Briefe ans Christkind mit ihren geheimsten Wünschen. Heute ist der 24. Dezember, Weihnachten, das Fest der Liebe. Liebes Christkind, alles was ich mir heute wünsche ist etwas Zeit mit ihr. Zeit zum Zuhören, Zeit für Annäherung, Verständnis und Versöhnung. Das wäre ein wunderbares Geschenk im Zeichen der Liebe, die uns verbunden hat, sowie der Freundschaft, die uns immer verbinden wird.  Ob blond, ob braun,
ich liebe alle Frau’n.

Jan KiepuraIch habe stets nur unbewußt verführt, weil ich immer selbst der Verführte war.
Giacomo Girolamo Casanova (1725–1798)


Die Handlung verdient eigentlich die Bezeichnung Tragödie. Was als unbeschwerte Liebe beginnt endet in zermürbender Zweigleisigkeit, in ständigen Eifersuchtsvorwürfen und einem ungleichen Wettbewerb im Davon- und Nachlaufen.
Er, der sich nach Zweisamkeit sehnt kann nicht treu sein, Sie kuschelt lieber mit Meerschweinchen, letztlich bleiben beide unverstanden, die Auszeiten von einander werden immer länger, die Verletzungen tiefer, der Bruch ist am Ende nicht mehr zu kitten. Wenn da nicht das Wort Hoffnung zwischen den Zeilen stünde.Ulrike Sajko

Gerald Ganglbauer: Ich bin eine Reise

Eine autobiografische Montage

 

Gerald Ganglbauer: Ich bin eine Reise. Gangan Verlag, Stattegg 2014, 192 Seiten, durchgehend in Farbe, ca. 150 Abbildungen, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-24-2, € 19,90

Das Buch könnte als biografisches Dokument von einiger Relevanz gelesen werden: ein exemplarisches (oder, im Gegenteil, exzentrisches) Schicksal eines Mannes, der vom Österreicher zum Weltbürger und -reisenden geworden ist. Wenige „traveller“ unserer Generation sind tatsächlich an so vielen Orten in so vielen Ländern heimisch geworden… Und die Strategie, Notizen aus verschiedenen Jahrzehnten nebeneinander zu montieren, zeigt sehr schön die Kontinuität, aber auch die Wandlungen in der Persönlichkeit des „Helden“. – Rainer Götz

Dieses Buch ist den Frauen dieser Welt gewidmet, im Besonderen Petra Ganglbauer und Judith Steiner, sowie jenen, die ich auf meiner Reise kennen lernen durfte oder die mich ein Stück des Weges begleitet haben.

schon gelesen. im urlaub. das reisebuch über viele ferne destinationen war somit auch in kirchberg am wechsel. eine gut montierte collage über schreibversuche an unterschiedlichen orten mit unterschiedlichen schreibwerkzeugen (incl. remington-schreibmaschine!) und in unterschiedlichen lebenssituationen. sehr empfehlenswert als urlaubsbegleiter oder für eine virtuelle reise zwischendurch. – Andrea Ghoneim

Den Frei (Kapitel Jugend) kannte ich schon, dennoch überwältigt mich wieder diese jugendliche Unbekümmertheit, mit der Gerald Ganglbauer als junger Mann die Welt inhalierte und mit welcher Leichtigkeit er seine Eindrücke zu Papier brachte. Die Anfänge seiner Kapitel sind romantisch, die Sprache blumig lyrisch und immer im Kontakt mit dem Leser. Im Laufe des Buches drängt sich die altersbedingte Abgeklärtheit in den Vordergrund, verdrängt langsam Frei um dem heutigen Ganglbauer Platz zu machen. Dem Journalisten. Von Parkinson gezeichnet, dem großen Reisen adieu gesagt, fast schon Eremit in seinem Domizil am Ursprung versucht das Buch den Bogen vom jugendlichen Leichtsinn bis hin zum Ernst des Lebens und der Liebe. Viele Bilder aus vergangenen Tagen und solchen, wo wir uns bereits kannten, runden das Buch ab, das in dieser Form wohl einzigartig ist, nicht zu letzt, weil es auch tief in die Seele des Autors blicken lässt. Lesenswert! – Ulrike Sajko

Geboren als Bleistift in Graz, wo die hochwertigen Schriftsteller für den Export hergestellt werden. Das Zitat am Beginn Ganglbauers autobiografischen Werkes verweist auf die besondere Sicht, die der tief in der steirischen Literaturszene verwurzelte Verleger (perspektive) auf seine Heimatstadt Graz hat. Die eines Auslandssteirers mit Außensicht, der erst 2013 heimgekehrt ist. Der Autor gibt intime Einblicke in sein Leben und seine zahlreichen Reisen. Er schreibt über die Intensivität der ersten großen Liebe, den Versuch, sich mit einem Ein-Mann-Betrieb über mehrere Kontinente hinweg den Lebensunterhalt zu verdienen und wie Morbus Parkinson sein Leben verlangsamt hat. – Natalie Resch in: 80

Gerald Ganglbauer: Geografie der Liebe

All you need is love – die Generation der Baby-Boomer

 

Gerald Ganglbauer: Geografie der Liebe. Gangan Verlag Stattegg 2016, 132 Seiten, Illustrationen und Fotos, gebunden, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-33-4, € 19,90

COVER-Geografie-der-Liebe-U1Geografie der Liebe ist das dritte von drei Büchern Gerald Ganglbauers, die alle knapp hintereinander erschienen sind und deren hervorstechendstes Merkmal die unprätentiöse Ehrlichkeit des Autors ist. Mit diesem jüngsten Band lebt er nicht nur 40 Jahre Zeitgenossenschaft vor, sondern ermöglicht seinen Leserinnen und Lesern einen intimen Blick in das Liebesleben eines Vertreters der Baby-Boomer Generation.
Dieses liebevoll gestaltete Buch passt in keine Schublade, was sich schon an den vier Zitaten zeigt, die der Autor als eine Art Einführung vorangestellt hat, Hermann Hesses „Stufen“ allen voran.
Aber auch Wilhelm Reich und Frank Zappa (jedem Kapitel sind Musiker zugeordnet) prägen die Geburtsjahrgänge 1955 bis 1965 und Gerald Ganglbauer nimmt sich kein Blatt vor den Mund.
Ob nun 200 Stationen einer Reise, 200 Beziehungen zu Frauen, 200 Begegnungen in der Transit Zone, oder 200 Episodes of Life and Times, sie sind allesamt charmant, frech, unterhaltsam und immer authentisch.

All you need is love
The Beatles
Cherchez la femme
Alexandre Dumas
Wise Men Say, Only Fools Rush In
Elvis Presley
Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan
Johann Wolfgang von Goethe
One time naked,
Who never knew shame;
Now we put clothes on
To hide whatsaname
.

Oodgeroo Noonuccal
Wer liebt, schläft nicht
Robert Schneider
Was bleibt, Liebster, ist das nackte Leben und ein kindliches Gefühl der geilen Freiheit.
Valerie Fritsch

Kleine Zeitung
Werner Krause (Kleine Zeitung, Samstag, 25. Februar 2017)

Zwischen Lust und (Liebes)leben

Von Andrea aus Deutschland, Beate aus Graz, Cynthia aus Japan bis hin zu Zalina aus Russland sind hier das gesamte ABC der Frauennamen und viele Nationen dieser Welt zu finden. Viele Frauen, viele Orte, ein Mann – und seine Leidenschaft. Passion, Liebe, Lust.

Aber dieses Buch ist keine angeberische Aufzählung der Bettgeschichten oder Liebessachen des Autors. Es ist vielmehr ein Stück Lebensgeschichte, das dem aufmerksamen Leser intime Einblicke in die diversen Lebensphasen und Gedankengänge Gerald Ganglbauers ebenso wie intime Einblicke in dessen Schlafzimmer gewährt.

Die erotische Note der Erzählungen entlarvt das voyeuristische Lesevergnügen, zugleich bestechen die z.T. wie eine Chronik präsentierten Darstellungen in ihrer sachlichen Präzision und Klarheit. Kühne Lebensentscheidungen und Umzüge, unkomplizierte Affären und berauschende One-Night-Stands finden alle scheinbar gleichberechtigt ihren Platz im Buch und in der Lebensgeschichte des Autors. Alle Begegnungen zählen, alle Frauen haben einen größeren oder kleineren Eindruck auf seinem Weg hinterlassen. Und er zollt ihnen Respekt – trotz oder vielleicht sogar aufgrund der bestechenden Ehrlichkeit, mit der Gerald Ganglbauer die verschiedenen Episoden schildert.

Denn am Ende geht es um Liebe. Und nur wenige haben den Mut, freie Liebe öffentlich zu plädieren und v.a. selbst wirklich zu leben. Gerald Ganglbauer ist einer von ihnen. Und sein Buch ist ein einzigartiges Zeugnis davon.

Barbara Ladurner (Gangan Reviews)

Kronenzeitung Besprechung
– Christoph Hartner (Kronenzeitung, Dienstag, 4. Juli 2017)