Heide Schütz: Verfallene Hütten

Geschichten aus Kanada. Gangan Verlag, Stattegg 2019, 184 Seiten, 21 x 14,8 cm, ISBN 978-3-900530-39-6 (Paperback) € 14,90 und ISBN 978-3-900530-38-9 (ePUB) € 4,99

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In all den Jahren, die ich durch meine neue Heimat Kanada wanderte, bin ich immer wieder auf verlassene, baufällige oder gar schon verfallene Hütten gestoßen. Land auf und Land ab, tief in der Wildnis der unwegsamen Wälder, entlang rauschender Bäche und Flüsse, an stillen, einsamen Seeufern, an den unwirtlichsten Stellen traf ich sie, diese Zeugen der Vergangenheit. Diese Zeugen, dass hier einmal Menschen gelebt haben und versucht hatten, der Wildnis, der Natur ein Geheimnis abzuringen. Oder aber auch einfach nur versucht haben mit, in und von der Natur zu leben.

Gerald Ganglbauer: Kopfbahnhof

Notizen gegen das Vergessen, Gerald Ganglbauers letztes Buch. Werk in Arbeit, ISBN 978-3-900530-34-1

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Gerald Ganglbauer: Kopfbahnhof

“Kopfbahnhof” nimmt den roten Faden auf, wo “Ich bin eine Reise” anno 2014 einen vorläufigen Halt gemacht hat. Die Autobiografie eines Parkinson-Erkrankten wird aber ein Fragment bleiben … Gerald Ganglbauers fünftes Buch ist auch sein letztes.

Die Österreicher im Ausland

Gerald Ganglbauer: Einblicke in die österreichische Seele. Gangan Verlag, Stattegg 2019, Paperback, 104 Seiten, 21 x 14,8 ISBN 978-3-900530-49-5 (Paperback) € 14,90 ISBN 978-3-900530-48-8 (ePUB)  € 4,99

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Die Österreicher im Ausland

Liebe Leserinnen und Leser
Nach 15 Jahren unbeschwerten Lebens im Ausland verspürte ich das Bedürfnis, meine Wurzeln wieder zu finden und hoffte, dadurch auch meine österreichische Seele zu ergründen. Im realen Leben flog ich öfter als sonst nach Österreich um meine Spuren zu recherchieren. Im Internet suchte ich nach Gruppen, jedoch war ausser einigen privaten Stammtischen nichts zu finden. Deshalb rief ich im Jahr 2004 das Auslandsösterreicher-Forum ins Leben und habe es acht Jahre lang tagein tagaus moderiert.
Das AÖ-Forum wurde ein paar Mal kopiert, aber nie erreicht – es sprach sich in aller Welt herum und die Teilnehmerzahl stieg kontinuierlich. Man wusste, dass man hier unter Freunden war, wenn im Ausland jemandem etwas Österreichisches am Herzen oder auf der Leber lag. Die vorliegende Sammlung ist eine Auswahl aus den ersten 200 Beiträgen, die teilweise recht interessante Einblicke in österreichisches Denken geben und sehr trefflich die Befindlichkeiten von Herrn und Frau Österreicher außerhalb ihrer ursprünglichen Grenzen beschreiben.
Facebook und Co. fand zu jener Zeit regen Zuspruch und so war der Auslandsösterreicher-Weltbund, AÖ-Interessenvertretung und Kooperationspartner, im Jahr 2012 meinem Drängen gefolgt, das Forum aus Web 2.0 Modulen weiter zu entwickeln. Da es deshalb keines Moderators mehr bedurfte, konnte ich mich elegant aus dem Staub machen, wurde zum geistigen Vater des heutigen AÖ-Forums und nütze die Gelegenheit, dem AÖWB für die langjährige gute Zusammenarbeit zu danken.
Mein besonderer Dank gilt aber vor allem jenen Österreicherinnen und Österreichern, die über die Jahre dazu beigetragen haben, das AÖ-Forum mit ihren Beiträgen lebendig zu halten.

Gerald Ganglbauer
Stattegg-Ursprung, 12. Jänner 2019

Walter W. Hölbling: Gemischter Satz

Gedichte|13. Gangan Verlag, Stattegg 2019, 116 Seiten, 21 x 14.8 cm, ISBN 978-3-900530-46-4 (Paperback) € 9,90

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Gemischter Satz Cover

abstand

die welt wird langsamer

hauchdünne nebelschleier schieben sich milchzart
zwischen die dinge und mein wollen

die klaren kanten der objekte
werden stumpf und weich
die dringlichkeit der augenblicke
weicht meinem grübeln
über mögliche entschlüsse
worte gerinnen zu abstrakter starre
in der die dinge ewig unverändert bleiben

ist es ein todesahnen
das mir am nacken tastet
und mich für eine weile
des trosts der ständigen veränderung beraubt?

es scheint das leben sich
mit weiten schritten zu entfernen
die küchenuhr tickt lauter als gewohnt

sie misst die zeit
von hier bis zu den sternen

ihr gang bleibt gleich

sie zählt
und bläst
die schleier meiner kurzen ewigkeit
sanft und bestimmt
in die vergangenheit

Gangan Reviews

[…] Bilder von befreundeten Künstlerinnen, – Hölbling hat ausschließlich Frauen für die bildnerische Ausstattung seines Buches erwählt, – machen das Buch nicht nur zu einem edlen, sondern auch zu einem schönen: Beate Landen („flower of loss“, „orchid blossoms“, „herbst“), Yuko Ichikawa („traumfliegen“, „the brilliance“), Herta Tinchon („some music“) und Waltraud Mohoric („world“) markieren jeden neuen Themenabschnitt  und ihre Bilder, meist Aquarelle, durchziehen das Buch wie Traumfänger, Nebelschwaden. Als würde dieses lyrische Element, diese Farbigkeit, Naturverbundenheit, kreatürliche Allverbundenheit ihm besser passen zu den in diesem wunderbaren Lyrikband angeschlagenen weichen, sanften Tönen. Da kommt keiner mit der Peitsche daher, da baut keiner artifizielle Gebäude, da wird organisch und aus Situationen, Landschaften, Stimmungen und Wetter heraus im wahrsten Sinn des Wortes „gedichtet“.

Danke, Walter – ein zartes, schönes, gehaltvolles, sehr lyrisches Buch!

Andrea Wolfmayr

Anleitung zum Dümmer werden

Barbara Ladurner: Praxis der Unbildung
Anleitung zum Dümmer werden. Gangan Verlag, Stattegg 2018 
108 Seiten, Softcover, 14,8 x 21 cm 
ISBN 978-3-900530-44-0 | Amazon | € 9.90

Anleitung-zum-Duemmer-werden-U1Das vorliegende Buch ist eine natürlich nicht ohne Realitätsbezüge im Spiegel zu lesende Anleitung zum Verblöden, die aus der Feder eines gewissen Jens Dummermann zu stammen vorgibt und alle heute wesentlichen Lebensbereiche einer ironischen Prüfung unterzieht. Weh dem, der nicht herzlich darüber lachen kann.

Ein heißer Tipp

Ebenso pfiffig, geistreich und originell und ein heißer Tipp der neue Titel der Autorin. – Petra Ganglbauer www.schreibpaedagogik.com

Schulmädchentexte

Barbara Ladurner: Kreatives Schreiben in der Schulzeit
Schulmädchentexte. Gangan Verlag, Stattegg 2017 
88 Seiten, Softcover, 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-900530-42-6 | Amazon | € 9.90

Schulmaedchentexte-Cover-U1Dieses Werk umfasst in Prämisse und Nachwort ein kritisches Essay zum Thema Schulbildung und im Hauptteil eine Sammlung von hauptsächlich lyrischen Texten, die ich als Schülerin in der Schule oder in meiner Freizeit verfasst habe. Das Buch verfolgt das Ziel, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie wir der jungen Generation in der Schule durch kreatives Schreiben das Denken lehren können und setzt sich kritisch mit der österreichischen Neuen Reifeprüfung und den implizierten Lehraufgaben im Fach Deutsch auseinander. Die Entwicklung von Sprache und Denken ist wechselseitig voneinander bedingt und kann nicht durch starre Vorgaben und sinnentleerte Testsituationen ersetzt oder gar verbessert werden. Dieses Werk ist ein Plädoyer dafür, in allen bildungspolitischen Fragestellungen zuallererst das Wohl des jugendlichen Individuums zu bedenken und uns unserer Verantwortung für die Entwicklung der nachfolgenden Generationen zu stellen. Die vorliegende Textsammlung veranschaulicht, was im Rahmen eines freien Umgangs mit Sprache und Texten an Denkleistung und literarischem Schaffen möglich werden kann, möchte als literarische Sammlung gelesen werden und zugleich verdeutlichen, wie wertvoll doch die kreativen Arbeiten in der Schule und auch außerhalb für die Jugendlichen sind. Die Texte sind unverändert, chronologisch geordnet und umfassen den Zeitraum von 2005 bis 2014.

Wertvoll und motivierend

Die in Meran geborene und in Wien lebende Pädagogin hat ein im schreibpädagogischen Zusammenhang längst fälliges Buch geschrieben, indem sie auf die Notwendigkeit bzw. Unabdingbarkeit kreativen Schreibens für junge Menschen (und nicht nur für diese) Bezug nimmt.

Sie veröffentlicht in dem vorliegenden Buch nicht nur ganz bewusst eigene Texte, die sie als Schülerin verfasste, sondern hinterfragt auch die Kanonisierungen und Hierarchisierungen im Zusammenhang mit „guter Literatur“ und dem Jurywesen. Zugleich nimmt sie eine wesentliche Positionierung ein, nämlich jene, dass jeder Text (und seine Autorin, sein Autor) im kreativen Kontext wertvoll und ebenso eigenständig wie ernstzunehmend sind!
Eine Prämisse und ein kritisches Essay ergänzen die Textsammlung!

Ein Buch, das bereichernd für jene ist, die schon seit langem dem Leistungsdenken an Schulen (und im Literaturbetrieb) etwas entgegenhalten möchten, unter anderem ist es sicher ein guter Wegweiser für Deutschdidaktikerinnen!

Ein bildungspolitisch jedenfalls wertvolles Buch, das motivierend wirkt!
Petra Ganglbauer www.schreibpaedagogik.com

Sprache entsteht im Denken

Tolles Buch. Denn, der Mensch gehört wieder in den Mittelpunkt. Für Denken, Sprache sowie Kreativität braucht es Zeit und Kinder benötigen diese. Unser Bildungssystem setzt auf maßgeschneiderte Wirtschaftskräfte und vergisst das Individuum. Kritik darf und soll daran geübt werden – die Textsammlung zeigt eine kreative Entwicklung, die für jedes unserer Kinder wünschenswert ist. – Lukas Bauer Amazon

Der Klang des Sommers

Barbara Ladurner schreibt, um neue Welten zu erschaffen, kostbare Wortgebilde zu kreieren und reizvolle Sprachspielereien zu schmieden. – Salto Weekend salto.bz

Gerald Ganglbauer: Einunddreißig

Gerald Ganglbauer: Eine Liebesgeschichte mit 30 Zwischenspielen
Gangan Verlag, Stattegg 2015, 132 Seiten, illustriert mit einer Aktzeichnung von J. Steiner, gebundene Ausgabe, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-31-0 | Verlag | Amazon | Buchhandel | € 19,90

Wenn von Sex im Zusammenhang mit Parkinson die Rede ist, sind meist sexuelle Störungen wie Impotenz im Alter das Thema. Man verschweigt sehr oft Suchtverhalten mit umgekehrtem Effekt, wie Donjuanismus (Satyriasis oder Hypersexualität), eine der möglichen Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten bei jüngeren Betroffenen.
Im Bett ist alles super. Frauen wie Männer neigen zur Promiskuität und leben aus Bindungsangst mit häufig wechselnden Partnern. Wenn aber Liebe ins Spiel kommt?
Der charmante Umgang des Autors mit Frauen führt unweigerlich zu Eifersucht und sie verlässt den vermeintlichen Don Juan.
Ein Buch über „komplizierte“ Beziehungen.

Früher schrieben Kinder noch Briefe ans Christkind mit ihren geheimsten Wünschen. Heute ist der 24. Dezember, Weihnachten, das Fest der Liebe. Liebes Christkind, alles was ich mir heute wünsche ist etwas Zeit mit ihr. Zeit zum Zuhören, Zeit für Annäherung, Verständnis und Versöhnung. Das wäre ein wunderbares Geschenk im Zeichen der Liebe, die uns verbunden hat, sowie der Freundschaft, die uns immer verbinden wird.  Ob blond, ob braun,
ich liebe alle Frau’n.

Jan Kiepura
Ich habe stets nur
unbewußt verführt,
weil ich immer selbst
der Verführte war.

Giacomo Girolamo Casanova (1725–1798)

Die Handlung verdient eigentlich die Bezeichnung Tragödie. Was als unbeschwerte Liebe beginnt endet in zermürbender Zweigleisigkeit, in ständigen Eifersuchtsvorwürfen und einem ungleichen Wettbewerb im Davon- und Nachlaufen.
Er, der sich nach Zweisamkeit sehnt kann nicht treu sein, Sie kuschelt lieber mit Meerschweinchen, letztlich bleiben beide unverstanden, die Auszeiten von einander werden immer länger, die Verletzungen tiefer, der Bruch ist am Ende nicht mehr zu kitten. Wenn da nicht das Wort Hoffnung zwischen den Zeilen stünde.Ulrike Sajko

Gerald Ganglbauer: Ich bin eine Reise

Gerald Ganglbauer: Eine autobiografische Montage
Gangan Verlag, Stattegg 2014, Gebundene Ausgabe, 192 Seiten, 
durchgehend in Farbe, ca. 150 Abbildungen, 21,5 x 15 cm, 
ISBN 978-3-900530-24-2 | Amazon | Verlag | Buchhandel | € 19,90

Das Buch könnte als biografisches Dokument von einiger Relevanz gelesen werden: ein exemplarisches (oder, im Gegenteil, exzentrisches) Schicksal eines Mannes, der vom Österreicher zum Weltbürger und -reisenden geworden ist. Wenige „traveller“ unserer Generation sind tatsächlich an so vielen Orten in so vielen Ländern heimisch geworden… Und die Strategie, Notizen aus verschiedenen Jahrzehnten nebeneinander zu montieren, zeigt sehr schön die Kontinuität, aber auch die Wandlungen in der Persönlichkeit des „Helden“. – Rainer Götz

Dieses Buch ist den Frauen dieser Welt gewidmet, im Besonderen Petra Ganglbauer und Judith Steiner, sowie jenen, die ich auf meiner Reise kennen lernen durfte oder die mich ein Stück des Weges begleitet haben.

schon gelesen. im urlaub. das reisebuch über viele ferne destinationen war somit auch in kirchberg am wechsel. eine gut montierte collage über schreibversuche an unterschiedlichen orten mit unterschiedlichen schreibwerkzeugen (incl. remington-schreibmaschine!) und in unterschiedlichen lebenssituationen. sehr empfehlenswert als urlaubsbegleiter oder für eine virtuelle reise zwischendurch. – Andrea Ghoneim

Den Frei (Kapitel Jugend) kannte ich schon, dennoch überwältigt mich wieder diese jugendliche Unbekümmertheit, mit der Gerald Ganglbauer als junger Mann die Welt inhalierte und mit welcher Leichtigkeit er seine Eindrücke zu Papier brachte. Die Anfänge seiner Kapitel sind romantisch, die Sprache blumig lyrisch und immer im Kontakt mit dem Leser. Im Laufe des Buches drängt sich die altersbedingte Abgeklärtheit in den Vordergrund, verdrängt langsam Frei um dem heutigen Ganglbauer Platz zu machen. Dem Journalisten. Von Parkinson gezeichnet, dem großen Reisen adieu gesagt, fast schon Eremit in seinem Domizil am Ursprung versucht das Buch den Bogen vom jugendlichen Leichtsinn bis hin zum Ernst des Lebens und der Liebe. Viele Bilder aus vergangenen Tagen und solchen, wo wir uns bereits kannten, runden das Buch ab, das in dieser Form wohl einzigartig ist, nicht zu letzt, weil es auch tief in die Seele des Autors blicken lässt. Lesenswert! – Ulrike Sajko

Geboren als Bleistift in Graz, wo die hochwertigen Schriftsteller für den Export hergestellt werden. Das Zitat am Beginn Ganglbauers autobiografischen Werkes verweist auf die besondere Sicht, die der tief in der steirischen Literaturszene verwurzelte Verleger (perspektive) auf seine Heimatstadt Graz hat. Die eines Auslandssteirers mit Außensicht, der erst 2013 heimgekehrt ist. Der Autor gibt intime Einblicke in sein Leben und seine zahlreichen Reisen. Er schreibt über die Intensivität der ersten großen Liebe, den Versuch, sich mit einem Ein-Mann-Betrieb über mehrere Kontinente hinweg den Lebensunterhalt zu verdienen und wie Morbus Parkinson sein Leben verlangsamt hat. – Natalie Resch in: 80


Gerald Ganglbauer: Korrespondenzen auf Papier

Gerald Ganglbauer: Briefe aus der Zeit vor dem Internet
Nominiert "Die schönsten Bücher Österreichs", Gangan Verlag, Stattegg 2018, 168 Seiten, Gebundene Ausgabe, durchgehend in Farbe, ca. 150 Abbildungen, 21,5 x 15 cm, ISBN 978-3-900530-45-7 | Amazon | Verlag | Buchhandel | € 29,90

COVER-Korrespondenzen-U1In meiner Jugend musste man sich noch in eine Telefonzelle begeben, wenn der Nachbar stundenlang das Vierteltelefon besetzt hielt. Man musste auch noch Briefe auf dem Medium Papier verfassen und vom Postdienst zustellen lassen, weil das Internet in den Haushalten völlig unbekannt, ja sogar unvorstellbar war. In jener Zeit legte man noch Wert auf gewählte Sprache, korrekte Rechtschreibung und Gestaltung seiner Korrespondenz, die man mit schönen Briefmarken frankierte. Damals bastelte man mit Hand gefertigte Kuverts aus bunten Magazinen, die eine mittlerweile privatisierte Post heute – weil nicht maschinenlesbar – nur mehr gegen Aufzahlung annehmen würde. Ob Normierung nun besser oder schlechter ist, sei dahingestellt. Ich habe jedenfalls Briefe immer aufgehoben und dokumentiere hier eine Auswahl. Eine Überschwemmung hat leider den Großteil zerstört, sonst wäre dieses Buch dreimal so prall geworden. Mit Tinte geschriebene Briefe und Postkarten waren ins Unleserliche zerflossen und mussten nach sorgfältiger Prüfung entsorgt werden. Es freut mich, dass noch etwa 200 Briefe zu retten waren, die hier – wenngleich auch mit „Salzblüten“ – ein neues Leben erfahren.

Die Themen gab das Leben vor: Kennenlernen, Reisen, Arbeit und Liebe, oft Antworten auf unsichtbare Fragen. Leider war es bei privater Korrespondenz nicht üblich, für sich selbst eine Kopie seines Schreibens aufzubewahren, weshalb sich alle Briefe an „Lieber Gerald“ oder „Dear Gerald“ richten. Es erfordert ein wenig Fantasie, sich meinen Teil am Briefwechsel vorzustellen. Die Briefe heute wieder zu sichten hat mich an Wegkreuzungen erinnert, die – anders begangen – mein Leben um 180º verändert haben könnten. Frau, Kind und fester Wohnsitz zum Beispiel. Das sind zwar interessante Hypothesen, aber es ist nun einmal, wie es ist. Da stehe ich voll hinter Edith Piaf.

Non, rien de rien, non, je ne regrette rien
Ni le bien qu’on m’a fait, ni le mal
Tout ça m’est bien égal

Ich sollte noch erwähnen, dass Parallelen zu Abschnitten der „Geografie der Liebe“ (meinem dritten Buch) nicht zufällig sind. Dort finden sich Begegnungen aus meiner Perspektive, hier haben die Frauen das uneingeschränkte Wort. Alle Briefe sind authentisch und unabhängig davon gewählt, wie ich im Einzelfall wegkomme. Erst die Summe macht den ganzen Mann. (Textauszug)

Trailer

In der Presse

Kronenzeitung, 21.02.2018
Kleine Zeitung, 23.02.2018

Buchpreis Nominierung 2019